Israel hat in der Nacht zu Freitag schwere Luftangriffe gegen die iranische Hauptstadt Teheran und die libanesische Hauptstadt Beirut durchgeführt. Im Libanon ist die pro-iranische Hisbollah-Miliz das Ziel der Angriffe. In Beirut brach nach einem Evakuierungsbefehl von Israel Panik aus.
Die Hisbollah forderte ihrerseits die Bewohner im Norden von Israel auf, das Gebiet zu verlassen. Sie rief dazu auf, alle israelischen Siedlungen innerhalb von fünf Kilometern von der Grenze entfernt zu räumen. Die Angriffe der israelischen Armee im Libanon würden "nicht ohne Reaktion bleiben", drohte die Schiiten-Organisation.
Auch der Iran hat seine Angriffe fortgesetzt. Ziele waren mehrere Golfstaaten. Das Innenministerium von Bahrain teilte mit, ein Hotel und zwei Wohngebäude seien getroffen worden. Es entstand Sachschaden. Erst am Donnerstag hatte ein iranischer Raketenangriff einen Brand in der wichtigsten staatlichen Ölraffinerie von Bahrain ausgelöst, der gelöscht werden konnte.
Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium teilte mit, man habe in der Nacht drei ballistische Raketen abgefangen. Katar wiederum meldete einen abgewehrten Drohnenangriff auf einen US-Luftwaffenstützpunkt.
Nato erhöht wegen Iran Einsatzbereitschaft der Raketenabwehr
Wegen des iranischen Raketenbeschusses auf die Türkei erhöht die Nato die Alarm- und Einsatzbereitschaft ihrer ballistischen Abwehrsysteme. Die Maßnahme sei vom Befehlshaber des Nato-Luftstreitkräftekommandos angeordnet worden, teilte der Sprecher des militärischen Nato-Hauptquartiers in Mons mit.
Die Bereitschaft der Nato soll auf dem erhöhten Niveau belassen werden, bis die Bedrohung durch Irans anhaltende Angriffe in der Region nachlässt.
Trump: Großteil der iranischen Raketen ist zerstört
Nach der Darstellung von US-Präsident Donald Trump sind die Luftabwehr und die Raketen des Irans bereits ganz oder in großen Teilen zerstört. Das sagte Trump in Washington.
Außerdem seien ihre Raketen zu 60 Prozent und ihre Abschussvorrichtungen zu 64 Prozent ausgeschaltet. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.
Neben dem Nuklearprogramm und der Marine hatte die US-Regierung das iranische Raketenprogramm zuvor als wichtigstes Kriegsziel genannt.
vrt/dpa/dlf/est