Irans Streitkräfte haben am Montagmorgen erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Die Verteidigungssysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee mit. Unter anderem in Tel Aviv gab es Raketenalarm.
Israel hatte seinerseits in der Nacht eine neue Angriffswelle gegen Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran begonnen. Dabei sollen mehr als 30 Menschen getötet worden sein. Auch die USA setzen ihre Kampfhandlungen an der Seite Israels fort. Der Einsatz werde so lange andauern, bis alle Ziele erfüllt seien, sagte US-Präsident Trump.
Bei Angriffen auf den Iran soll auch die wichtige Nuklearanlage in Natans getroffen worden sein. Das berichtet ein iranischer Diplomat bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Demnach geschah der Angriff am Sonntag.
Israel und die USA hatten bereits im vergangenen Sommer iranische Atomanlagen bombardiert, darunter ebenfalls Natans, wo Uran angereichert wird.
Der Generaldirektor der IAEA, Grossi, erklärte, es gebe derzeit keine Hinweise auf Schäden an iranischen Atomanlagen durch die jüngsten Angriffe. Zugleich rief er zu Zurückhaltung im Nahen Osten auf.
Auch die Golfstaaten Katar, Bahrain und Vereinigte Arabische Emirate melden Angriffe aus dem Iran. In Kuwait soll die US-Botschaft getroffen worden sein. Außerdem gibt es Berichte über den Absturz mehrerer US-Kampfflugzeuge. Die Besatzungen hätten überlebt, teilte ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mit. Das US-Militär äußerte sich zunächst nicht.
Laridschani: "Wir verhandeln nicht mit den USA"
Der Iran hat jegliche Verhandlungen mit den USA abgelehnt. Das hat der Chef des iranischen Sicherheitsrats, Laridschani, in sozialen Medien angekündigt. Er wies Medienberichte zurück, wonach iranische Vertreter versucht hätten, mit Washington Kontakt aufzunehmen.
Laridschani warf US-Präsident Trump vor, die Region "ins Chaos gestürzt" zu haben. Nun sorge Trump sich um Verluste unter den US-Streitkräften.

Israels Armee bombardiert Ziele im Libanon
Der Krieg im Iran weitet sich auf den Libanon aus. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte in der Nacht zu Montag mehrere Raketen auf Israel ab und greift damit an der Seite Teherans in den Kampf gegen den Erzfeind ein. Israel reagierte mit Bombardements in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut und anderen Teilen des nördlichen Nachbarlandes.
Zugleich startete Israels Luftwaffe nach Armeeangaben eine neue Angriffswelle im Herzen der iranischen Hauptstadt Teheran. Auch das US-Militär greift laut Präsident Trump weiter im Iran an.
Trump: Krieg im Iran könnte vier Wochen dauern
Der Krieg mit dem Iran könnte sich nach Einschätzung von US-Präsident Trump über mehrere Wochen hinziehen. Der britischen Zeitung "Daily Mail" sagte er, der Iran sei ein großes Land, daher könne der Einsatz bis zu vier Wochen dauern. In einer Videoansprache hatte Trump erneut betont, dass die Attacken so lange weitergingen, bis alle Kriegsziele erreicht seien.
Der Präsident rechnet zudem mit weiteren Opfern in den Reihen der US-Armee. Zuvor hatte das Militär bekanntgegeben, dass bislang drei US-Soldaten durch iranische Attacken getötet wurden, fünf weitere seien schwer verletzt worden.

Urlaub in der Kriegszone: Reisende sitzen in Nahost fest
In Nahost sitzen Tausende Urlauber aus der ganzen Welt fest. Grund dafür ist, dass wegen der Angriffe in dem Kriegsgebiet der Luftraum gesperrt ist. Wann eine Ausreise für die Betroffenen wieder möglich sein wird, ist derzeit nicht absehbar.
Eine Evakuierung belgischer Staatsangehöriger etwa aus dem Iran stehe nicht auf der Tagesordnung, erklärte das Außenministerium in Brüssel. Belgier, die sich in dem Land aufhalten, werden aufgefordert, dieses so schnell wie möglich zu verlassen. Im Iran sind rund 240 belgische Staatsbürger gemeldet.
Golfstaaten verurteilen iranische Angriffe
Die Staaten in der Region des Persischen Golfs haben die Angriffe des Iran verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie ein sofortiges Ende des Beschusses ihrer Territorien. Zudem drohten sie Teheran mit Gegenmaßnahmen.
Die Außenminister von Saudi-Arabien, Katar, Oman, Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten waren zu einer virtuellen Sitzung zusammengekommen. Man werde alle nötigen Schritte ergreifen, um Sicherheit und Stabilität zu gewähren sowie alle Bürger zu schützen, heißt es in der Erklärung. Irans Angriffe seien eine schwerwiegende Verletzung der Souveränität der Golfstaaten.
dpa/belga/jp