Im Iran droht im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten mindestens 30 Menschen die Todesstrafe. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.
In acht Fällen sei bereits ein Urteil gesprochen worden. Amnesty wirft der iranischen Führung vor, mit den Todesurteilen die Protestbewegung brechen zu wollen. Anfang Januar hatten Irans Sicherheitskräfte die Massenproteste in dem Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben von Aktivisten sollen mehr als 7.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Es soll über 50.000 Festnahmen gegeben haben.
Mit Beginn des neuen Semesters im Iran sind an einer renommierten Universität neue Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem ausgebrochen. An der Scharif-Universität für Technologie in der Hauptstadt Teheran riefen Studierende Protestslogans, wie Aktivisten in den sozialen Medien berichten. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit paramilitärischen Einheiten. Auf Videos des bekannten "Amirkabir"-Kanals, der im vergangenen Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, sind Menschenmassen auf dem Campus zu sehen. "Lang lebe der Schah" ist auf einem Video zu hören - eine Anspielung auf Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der inzwischen im Ausland zu einer der bekanntesten Oppositionsfiguren aufgestiegen ist. Im Iran hat das neue Semester an vielen Universitäten und Hochschulen am Samstag mit gut einem Monat Verspätung begonnen. Diese hatten ihren Betrieb infolge der Massenproteste Anfang Januar zunächst eingestellt.
dpa/est/mh