Ein Gericht in Hongkong hat den Medienmogul und Demokratieaktivisten Jimmy Lai zu einer Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt. Der 78-Jährige war im Dezember wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften und Aufruhr schuldig gesprochen worden. Er sitzt seit 2021 im Gefängnis.
Kritiker betrachteten den Prozess als politisch motiviert und als weiteres Zeichen für den Abbau von Pressefreiheit und politischen Freiheitsrechten in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong.
Lai bestreitet die Vorwürfe. Die Justiz hatte ihn bereits in anderen Verfahren zu zwei Haftstrafen verurteilt. Der Verleger besitzt auch die britische Staatsbürgerschaft und ist Gründer der prodemokratischen Hongkonger Zeitung "Apple Daily". Das Blatt wurde 2021 zwangsweise eingestellt.
Der Kommissar für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen, Volker Türk, fordert die sofortige Freilassung von Jimmy Lai. Das Urteil zeige, wie das Hongkonger Sicherheitsgesetz unter Verletzung der internationalen Menschenrechtsverpflichtungen ausgelegt werden könne, so Türk. Jimmy Lai müsse aus humanitären Gründen freigelassen werden, forderte er.
Auch Großbritannien hat die Verurteilung scharf kritisiert und die Freilassung von Lai gefordert. Außenministerin Cooper teilte mit, sie sei zutiefst besorgt um Lais Gesundheit und fordere die Behörden in Hongkong auf, ihn aus humanitären Gründen freizulassen.
belga/dpa/jp/moko