Nach dem schweren Eisenbahnunglück im südspanischen Andalusien ist die Zahl der Todesopfer auf 39 gestiegen. Weitere 170 Menschen wurden verletzt, davon 24 schwer und fünf sehr schwer. Die Behörden gehen davon aus, dass in den Trümmern weitere Leichen liegen könnten.
Gegen 19:40 Uhr am Sonntagabend war ein Hochgeschwindigkeitszug von Málaga nach Madrid mutmaßlich mit Tempo 200 entgleist und in das benachbarte Gleis geraten. Zu dem Zeitpunkt fuhr ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug dort vorbei und wurde von dem ersten Zug aus den Schienen geworfen. Die beiden vorderen Wagen stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.
Unter den Todesopfern ist einer der Lokführer. Zahlreiche Fahrgäste waren noch Stunden nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen. Die Ursache des Unfalls ist noch unklar und wirft Rätsel auf. Der Zug ist Baujahr 2022 und wurde erst vor vier Tagen kontrolliert. Die Strecke ist gerade und der betroffene Streckenabschnitt wurde erst kürzlich saniert. Das Sicherheitssystem hätte einen solchen Unfall verhindern müssen, ohne dass der Lokführer eingreift, sagen Experten.
Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien wird für längere Zeit unterbrochen bleiben. Viele Menschen, die in verschiedenen Städten von Zugausfällen aufgrund des Unfalls betroffen waren, verbrachten die Nacht in Bahnhöfen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sicherte schnelle Hilfe zu, sagte alle Termine ab und machte sich von Madrid aus auf den Weg zum Unglücksort. Er wird auch nicht wie vorgesehen am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnehmen. König Felipe VI. und seine Frau, Königin Letizia, werden am Dienstag an der Unglücksstelle in Adamuz erwartet.
dpa/belga/vk/est