Am Großen Basar in der iranischen Hauptstadt Teheran sind am Dienstag heftige spontane Proteste ausgebrochen.
Augenzeugen, Aktivisten und auch iranische Medien berichten von plötzlichen Ausschreitungen an dem historischen Ort in der Millionenmetropole, wo Demonstranten und Sicherheitskräfte aneinander gerieten. Montag hatte die Justiz der Islamischen Republik angekündigt, ab sofort ohne Nachsicht gegen Unruhestifter vorzugehen.
Möglicher Auslöser war erneute Unruhe am iranischen Devisenmarkt. Am Dienstagmorgen war die Landeswährung weiter abgestürzt. Ein Euro kostete auf dem freien Devisenmarkt erstmals mehr als 1,7 Millionen Rial. Die Währung hat damit seit Ausbruch der Demonstrationen vor mehr als einer Woche noch einmal mehr an Wert verloren.
Aktivisten zufolge sind seit Beginn der Proteste gegen die autoritäre Staatsführung vor neun Tagen inzwischen mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sollen auch zwei Angehörige der Sicherheitskräfte sein. Mehr als 1.200 Menschen seien festgenommen worden.
Den Aktivisten zufolge gab es in den vergangenen Tagen in mindestens 88 Städten Protestkundgebungen. Ausgelöst wurden sie durch einen Schock am iranischen Devisenmarkt, der zunächst in der Hauptstadt Teheran wütende Händler auf die Straße trieb.
Die Demonstrationen schlugen jedoch rasch in politischen Protest um. Viele Menschen gehen auch wegen fehlender Zukunftsperspektiven auf die Straße. Die Regierung hat unterdessen erste Wirtschaftsreformen auf den Weg gebracht.
dpa/sh