Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland haben einen erneut von US-Präsident Trump geäußerten Gebietsanspruch auf Grönland deutlich zurückgewiesen.
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte, die Vereinigten Staaten hätten "überhaupt kein Recht" einen Teil der dänischen Staatsgemeinschaft zu annektieren. Sie rief die USA dazu auf, "mit den Drohungen aufzuhören". Die Regierungschefs von Schweden und Norwegen sowie Finnlands Präsident stellten sich öffentlich hinter Frederiksens Erklärung.
Grönlands Regierungschef Nielsen wies ebenfalls Trumps Ansprüche auf die Insel vehement zurück. Im Onlinedienst Facebook schrieb Nielsen, es reiche mit den Annexions-Fantasien.
Trump hatte zuvor mit neuen Äußerungen den Anspruch der Vereinigten Staaten bekräftigt und damit die Angst vor einer möglichen Annexion Grönlands durch die USA befeuert. Zur Begründung führte Trump an, man brauche Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit. Die Insel gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom.
EU verweist auf Grundsatz der territorialen Integrität
Die Europäische Union hat nach Trumps jüngsten Äußerungen zu Grönland die 'Grundsätze der nationalen Souveränität und der territorialen Integrität' betont. Eine Kommissionssprecherin sagte in Brüssel, die EU werde diese "universellen" Grundsätze verteidigen, umso mehr, wenn die territoriale Integrität eines Mitgliedstaats der Europäischen Union infrage gestellt werde.
Sicherheitsinteressen dürfen nach Auffassung der EU-Kommission niemals ein Vorwand für die USA sein, sich Grönland einzuverleiben. "Wir möchten daran erinnern, dass Grönland ein Verbündeter der USA ist und zudem unter den Schutz des Nato-Bündnisses fällt", so die Sprecherin. Die Fälle Venezuela und Grönland seien in keiner Weise vergleichbar.
dpa/sh/mh