Irans oberster Führer hat erstmals auf die politischen Unruhen im Land reagiert.
Im Staatsfernsehen sagte Ajatollah Chamenei, es handele sich um eine Verschwörung der in- und ausländischen Feinde Irans, die konsequent unterbunden werden müsse. Die Proteste der Händler im Basar über den Wertverlust der nationalen Währung und die instabilen Devisenkurse seien berechtigt, aber die "Unruhestifter" müssten in ihre Schranken gewiesen werden.
Die Proteste gegen die iranische Staatsführung dauern inzwischen sieben Tage. Die Demonstranten werfen Chamenei vor, das Land mit seiner kompromisslosen Politik in die internationale Isolation und damit in die schwerste Wirtschaftskrise seiner Geschichte geführt zu haben. Bei den Protesten in vielen Teilen des Landes kamen bislang mindestens zehn Menschen ums Leben.
Die Polizei warnt inzwischen vor "bewaffneten Aufständen durch ausländische Feinde" und deutet damit eine härtere Gangart gegen Demonstranten an. Die regierungsnahe Nachrichtenagentur Fars spricht von landesweiten Angriffen auf öffentliche Einrichtungen und macht dafür ausländische Söldner, die Monarchisten nahestünden, verantwortlich. Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, hatte zuvor zu Protesten in der Hauptstadt aufgerufen. Wie viel Einfluss der im Exil lebende Pahlavi auf die Proteste hat, ist unklar.
dpa/mh/sh