US-Präsident Trump hat die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro durch das US-Militär nach eigenen Angaben live verfolgt.
In einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News sagte Trump, er habe den Einsatz gemeinsam mit ranghohen Militärs in einem Raum seines Anwesens Mar-a-Lago beobachtet. Es sei gewesen "wie eine Fernsehsendung zu schauen". Er sprach von einem sehr komplexen Manöver und lobte die beteiligten Einheiten. US-Soldaten hätten unter anderem speziell gesicherte Stahltüren aufgebrochen.
Venezuelas Staatschef Maduro und seine Ehefrau sind nach Angaben von US-Justizministerin Bondi in New York angeklagt worden. Maduro würden unter anderem Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenhandel vorgeworfen, teilte Bondi mit. US-Eliteeinheiten hatten den autoritären Staatschef und seine Ehefrau in der Nacht bei einem Angriff auf Venezuela festgenommen und außer Landes gebracht.
Maduro wirft den USA schon lange vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen. Nach seiner von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl 2024 erkannte die Regierung in Washington den Linkspolitiker nicht mehr als rechtmäßigen Staatschef an. Außerdem werfen die USA Maduro Drogengeschäfte vor. Für Informationen, die zu seiner Festnahme führen, hatten die USA eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar ausgesetzt.
In venezolanischen Medien und sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von Explosionen und Rauchsäulen in der Hauptstadt Caracas zu sehen. Die Luftangriffe richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen.
Die Regierung in Caracas hat eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Die Attacke stelle einen Verstoß gegen die UN-Charta dar und gefährde den Frieden in der Region und der ganzen Welt, heißt es in einem Schreiben des Außenministeriums an den ständigen Vertreter Somalias bei den Vereinten Nationen, der im Januar dem Weltsicherheitsrat vorsteht.
Bei dem US-Angriff sind nach Regierungsangaben Soldaten und Zivilisten getötet worden. "Wir verurteilen diesen Angriff auf unser Volk, der Beamten, Soldaten, Unschuldigen und Zivilisten das Leben gekostet hat", sagte Vizepräsidentin Delcy Rodríguez im Staatsfernsehen. Die USA haben mit ihrem Angriff auf Venezuela und mit der Gefangennahme von Präsident Maduro ihr Ziel nach Einschätzung der Regierung in Caracas nur teilweise erreicht. Innenminister Cabello sagte im Staatsfernsehen, das Land sei ganz ruhig. Die USA hätten erwartet, dass das Volk feige die Flucht ergreife, dies sei nicht geschehen.
Russland hat als Verbündeter Venezuelas die "bewaffnete Aggression" der USA gegen das Land verurteilt. Das Außenministerium in Moskau teilte mit, die Vorwände, die zur Rechtfertigung solcher Aktionen angeführt würden, seien unhaltbar. Venezuela habe das Recht, "seine eigene Zukunft ohne destruktive, geschweige denn militärische Einmischung von außen zu bestimmen", heißt es weiter in der Mitteilung des russischen Außenministeriums. Russland unterstütze Venezuelas Behörden auch bei der Forderung, unverzüglich eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates einzuberufen.
EU-Ratspräsident Costa hat sich besorgt geäußert. "Die Europäische Union ruft zur Deeskalation und zu einer Lösung unter vollständiger Achtung des Völkerrechts und der in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätze auf", teilte Costa mit. Zuvor hatte bereits die Außenbeauftragte Kallas mitgeteilt, sie habe mit US-Außenminister Rubio gesprochen und zur Zurückhaltung aufgerufen. Die Europäische Union habe sich in der Vergangenheit immer wieder für einen friedlichen Übergang ausgesprochen, so Kallas.
Außenminister Prévot: "Sicherheit der Belgier hat absolute Priorität"
Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) hat auf der Plattform X erklärt, dass die Sicherheit der belgischen Staatsangehörigen in Venezuela "absolute Priorität" habe. Die belgische Botschaft in Bogotá, die für Venezuela zuständig ist, sowie die verantwortlichen Dienststellen in Brüssel würden die Situation in Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern genau beobachten, so Außenminister Prévot.
Nach Informationen des Außenministeriums halten sich rund 230 Staatsangehörige in dem südamerikanischen Land auf.
belga/dlf/dpa/vrt/mh/sh