Die Regierungen von Thailand und Kambodscha haben sich gegenseitig der Bombardierung von Grenzprovinzen während der laufenden Friedensgespräche beschuldigt.
Nach Angaben Kambodschas habe Thailand mit Kampfjets rund 40 Bomben etwa auf die Grenzprovinz Banteay Meanchey abgeworfen. Gleichzeitig behauptet Thailand, dass Kambodscha in der Provinz Sa Kaeo Angriffe durchgeführt und dabei mehrere Gebäude von Zivilisten beschädigt habe. Sowohl Thailand als auch Kambodscha sprechen von legitimer Selbstverteidigung und behaupten, dass die Gegenseite Zivilisten ins Visier nehme.
Auch der Abriss einer Hindu-Statue sorgt im Grenzstreit zwischen Thailand und Kambodscha für neue Spannungen. Thailändische Soldaten hatten die Statue entfernt, was in beiden Ländern starke Reaktionen ausgelöst hat. Die Regierung in Bangkok betonte, der Abriss sei aus Sicherheits- und Verwaltungsgründen erfolgt. Eine Herabwürdigung religiöser Überzeugungen habe nicht beabsichtigt vorgelegen. Nach thailändischen Angaben stand die Statue auf kambodschanischem Gebiet.
Die Bombardierungen setzen die derzeit laufenden Friedensverhandlungen stark unter Druck. Freitag kommen thailändische und kambodschanische Diplomaten zusammen, um eine Lösung für den Konflikt zu finden. Bei dem erneuten Aufflammen des jahrzehntelangen Konflikts sind bereits mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen und eine Million Menschen auf der Flucht.
Im Juli hatten China, Malaysia und die Vereinigten Staaten bereits vermittelt und einen Waffenstillstand zwischen den beiden Parteien erreicht, der jedoch nur von kurzer Dauer war.
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