Mit Beschwichtigungen hat das Weiße Haus auf die Chat-Panne im Zusammenhang mit einem US-Militärschlag im Jemen reagiert.
Sprecherin Karoline Leavitt schrieb auf der Plattform X, in dem Gruppenchat über die verschlüsselte Messenger-App Signal seien weder geheime Informationen geteilt noch "Kriegspläne" besprochen worden. Den Chefredakteur des Magazins "The Atlantic", Jeffrey Goldberg, beschuldigte sie, für "sensationslüsterne Äußerungen" bekannt zu sein.
Leavitt zufolge hätten hochrangige Regierungsmitarbeiter klare Leitlinien erhalten, wie sie auf verschiedenen Plattformen möglichst sicher und effizient kommunizieren können. Die Regierung prüfe derzeit, wie Goldbergs Telefonnummer versehentlich dem Gruppenchat hinzugefügt worden sei.
Davor hatte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Brian Hughes, bestätigt, dass der Chatverlauf höchstwahrscheinlich authentisch sei. Er kündigte eine interne Prüfung an.
Trump selbst hatte am Montag erklärt, er habe von dem Gruppenchat noch nicht gehört, sei aber ohnehin "kein großer Fan" des "Atlantic"-Magazins.
Sicherheits- und Rechtsexperten werten den Vorfall allerdings als hochbrisant. Die Rede ist von einem "fahrlässigen" und "entsetzlichen" Umgang mit sicherheitsrelevanten Informationen. Dafür gelten in den USA eigentlich strikte Vorschriften. Das gilt umso mehr für konkrete Pläne zu Militäreinsätzen im Ausland.
Die Opposition im US-Parlament will die Panne der Regierung untersuchen lassen. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sprach auf der Plattform X von "amateurhaftem Verhalten".
Die Nutzung der App Signal ist laut "Atlantic" innerhalb der Regierung grundsätzlich nicht für den Austausch vertraulicher oder klassifizierter Inhalte zugelassen.
dpa/sh/est