Deutschland: SPD, Grüne und FDP nehmen Koalitionsgespräche auf

Zehn Tage nach den Wahlen in Deutschland kommt Bewegung in die Koalitionsgespräche. Die FDP hat grünes Licht gegeben für Dreiergespräche mit Grünen und SPD.

Die Grünen-Co-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen Verhandlungen über eine Ampel-Koalition führen (Bild: Larissa Rausch/AFP)

Die Grünen-Co-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen Verhandlungen über eine Ampel-Koalition führen (Bild: Larissa Rausch/AFP)

Das hat FDP-Parteichef Christian Lindner angekündigt. Auch die Grünen hatten vorgeschlagen, Gespräche über eine sogenannte Ampelkoalition – rot, gelb, grün – zu führen.

Bereits am Donnerstag wollen sich SPD, FDP und Grüne zu einer ersten Sondierungsrunde treffen. Lindner betonte, auch Gespräche mit der Union blieben weiter eine Option. Sie sollen aber nicht parallel stattfinden.

Die Liberalen sehen nach wie vor die meisten inhaltlichen Überschneidungen mit der Union, wollen zunächst aber auf den Vorschlag der Grünen eingehen, mit der SPD zu beraten.

Grünen-Parteichefin Baerbock hatte zuvor gesagt, man habe sachlich und konstruktiv mit FDP, Union und SPD gesprochen, wie man Brücken bauen könne – nun sei es sinnvoll, in Sondierungsgespräche mit den Liberalen und der SPD einzutreten. Es dürfe keine lange Hängepartie geben, betonte Baerbock, dafür trügen alle politischen Parteien Verantwortung.

CSU-Chef Markus Söder wertet die Entscheidung als „De-facto-Absage an Jamaika“ (ein Bündnis aus Union, Grünen und FDP). Er sprach von einer klaren Vorentscheidung.

„FDP und Grüne haben sich entschieden für diesen Weg der Ampel. Den müssen sie jetzt auch konsequent gehen“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch in München. „Wir bedauern die Entscheidung ausdrücklich“, sagte Söder.

Er habe auch mit Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet darüber gesprochen. „Wir bleiben zwar gesprächsbereit, aber nicht in einer Art Dauer-Lauerstellung“, betonte er. „Die Union ist auch nicht das Ersatzrad und nur dazu da, quasi immer ein gewisses Druckmittel zu erzeugen in den Verhandlungen.“

dpa/belga/km