Wahl in Deutschland: SPD ganz knapp vor der Union

Bei der Bundestagswahl in Deutschland liefern sich CDU/CSU und SPD das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen - mit leichtem Vorteil für die Sozialdemokraten.

Olaf Scholz (SPD) oder Armin Laschet (CDU) - wer von den beiden zieht ins Bundeskanzleramt in der deutschen Hauptstadt ein? (Bild: Paul Zinken/AFP)

Olaf Scholz (SPD) oder Armin Laschet (CDU) - wer von den beiden zieht ins Kanzleramt in der deutschen Hauptstadt ein? (Bild: Paul Zinken/AFP)

Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF gegen 21:15 Uhr am Sonntagabend folgen dahinter die Grünen, danach FDP und AfD. Der Linken droht ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Demnach verbessert sich die SPD auf 25,7 bis 26,0 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24,5 Prozent (32,9). Die Grünen fahren 13,9 bis 14,3 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11,5 bis 11,7 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10,5 (12,6). Die Linke rutscht auf 5,0 Prozent ab (9,2). Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), als Partei nationaler Minderheiten von der Fünf-Prozent-Hürde befreit, kann laut ARD-Prognose einen Abgeordneten in den Bundestag schicken.

Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich damit deutlich, die konkrete Sitzverteilung hängt unter anderem davon ab, ob es die Linke ins Parlament schafft. Die Sitzverteilung sieht nach den Hochrechnungen so aus: CDU/CSU 197 bis 198 (2017: 246), SPD 204 bis 210 (153), Grüne 112 bis 114 (67), FDP 91 bis 95 (80), AfD 83 bis 85 (94), Linke 40 (69).

Damit zeichnet sich eine komplizierte Regierungsbildung ab. Einzig denkbares Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal seit den 50er Jahren in Deutschland ein Dreierbündnis im Bund geben. Rechnerisch sind mehrere Konstellationen möglich.

dpa