Israel gedenkt der Opfer des Holocaust – Noch 174.500 Überlebende

Israel hat am Donnerstag der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedacht. Am Vormittag heulten landesweit zwei Minuten lang die Sirenen. Auf den Straßen blieben die Autos stehen, Menschen verharrten in stillem Gedenken. Anschließend begannen zahlreiche Gedenkveranstaltungen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Donnerstag bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Bild: Emmanuel Dunand/AFP)

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Donnerstag bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (Bild: Emmanuel Dunand/AFP)

In Israel leben nach offiziellen Angaben noch 174.500 Überlebende. 83 Prozent von ihnen sind älter als 80 Jahre.

Staatspräsident Rivlin hatte bei einer Zeremonie in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem am Mittwochabend gesagt, 900 Holocaust-Überlebende in Israel seien „als direktes Ergebnis“ der Corona-Pandemie gestorben. „Sie haben die Ghettos und Todeslager überlebt“, sagte Rivlin. Den letzten Kampf ihres Lebens hätten sie jedoch „verstört und isoliert, hinter Masken und Schutzhandschuhen von ihren geliebten Menschen getrennt“ geführt.

Wegen der fortwährenden Corona-Krise soll der „Marsch der Lebenden“, bei dem sonst junge Juden aus aller Welt von Auschwitz nach Birkenau gehen, virtuell stattfinden.

dpa/sh

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