Presse in Italien und Frankreich unter Druck

Die Journalistenorganisation 'Reporter ohne Grenzen' hat die Einschränkung der Pressefreiheit in mehreren europäischen Ländern kritisiert. Heute wurde die Rangliste 2010 veröffentlicht.

Pressefreiheit: Belgien liegt auf Platz 14 der Rangliste von Reporter ohne Grenzen

Pressefreiheit: Belgien liegt auf Platz 14 der Rangliste von Reporter ohne Grenzen

Vor allem in Italien und Frankreich gebe es einen anhaltenden Druck auf die freie Berichterstattung. Das steht in dem Bericht über die Lage der Pressefreiheit weltweit, der heute veröffentlicht wurde.

Die Europäische Union sei kein Vorbild mehr für die uneingeschränkte Entfaltung der Medien.

Rangliste 2010

Vorbilder in Sachen Pressefreiheit sind demnach Finnland, Island, die Niederlande, Norwegen, Schweden und die Schweiz. Belgien und Luxemburg liegen auf Rang 14. Schlusslichter sind China, Sudan, Syrien, Birma, Iran, Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea.

Etwas verbessert habe sich die Lage in Kuba (166) nach der Freilassung von 14 Journalisten und 22 Oppositionellen aus dem Gefängnis. Zensur und Repression seien aber weiterhin auf der Tagesordnung.

Europa: Druck von Behörden und Justiz

13 der 27 EU-Mitglieder gehören zu den 20 Staaten mit der größten Pressefreiheit. Doch die Schere zwischen Musterländern und Problemfällen wird immer größer. So bleibt Italien auf Platz 49, Frankreich rutscht auf Platz 44 zurück, Rumänien nimmt Platz 52 ein, Griechenland und Bulgarien teilen sich Platz 70.

Sorge bereitet ‚Reporter ohne Grenzen‘ die Aushöhlung des Quellenschutzes für Journalisten, die wachsende Medienkonzentration und der Druck von Behörden und Justiz auf die Reporter. Europa drohe an Glaubwürdigkeit zu verlieren, wenn es autoritäre Staaten zur Einhaltung der Pressefreiheit mahnt.

Immer mehr europäische Regierungen und Parlamentsmitglieder würden systematisch gerichtlich gegen Journalisten vorgehen oder sie wüst beschimpfen. Als Beispiel nennt der Bericht die Angriffe der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy und seine Parlamentsmehrheit auf die Journalisten, die in der Affäre Bettencourt recherchierten.

dpa/mitt/es/km - Bild: belga

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