Kardinal Pell vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen

Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Kardinal George Pell kommt überraschend auf freien Fuß. Das höchste australische Gericht gab dem Berufungsantrag des 78-Jährigen statt.

George Pell am 21.8. nach der Gerichtsverhandlung in Melbourne (Bild: William West/AFP)

George Pell am 21.8. nach einer Gerichtsverhandlung in Melbourne (Bild: William West/AFP)

Die einstige Nummer drei des Vatikans wurde daraufhin aus einem Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Melbourne entlassen. Dort war er 13 Monate in Haft gewesen.

Wegen der Coronavirus-Beschränkungen wurde das Urteil in einem fast leeren Gerichtssaal in Brisbane gesprochen. Australische Medien zeigten, wie Pell in einem Autokonvoi davonfuhr. Wohin, war zunächst nicht bekannt.

Im März 2019 war der frühere Erzbischof von Melbourne wegen des Missbrauchs von zwei Chorknaben in den 90er Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er weist alle Vorwürfe zurück.

Der ehemalige Finanzchef des Vatikans ist der ranghöchste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. Die Aussage eines früheren Chorknaben, der heute Mitte 30 ist, war dabei maßgeblich. Pells Verteidiger argumentierten, dass diese nicht ausreichend war, um die Schuld des Kardinals zweifelsfrei festzustellen.

dpa/est

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