Tod des kleinen Julen: Finca-Besitzer zu Bewährungsstrafe verurteilt

Die juristische Aufarbeitung der Tragödie um den zweijährigen Julen ist abgeschlossen. Julen war in Südspanien in den Brunnenschacht gefallen und gestorben. Der Finca-Besitzer ist nun zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und zu Schadenersatzzahlungen verurteilt worden.

Arbeiten bei der Rettung des kleinen Julen

Knapp zwei Wochen dauerten damals die Bergungsarbeiten (Bild: Jorge Guerrero/AFP)

Das zuständige Gericht in Málaga bestätigte damit eine außergerichtliche Einigung. Ursprünglich sollte am Dienstag der Prozess wegen fahrlässiger Tötung starten. Dem Finca-Besitzer wurde vorgeworfen, das illegal gebohrte Loch, in das Julen gestürzt war, nicht gesichert und somit höchst fahrlässig gehandelt zu haben. Etwa 50 Zeugen sollten vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft wollte drei Jahre Haft fordern. In letzter Minute kam es aber zu dem Vergleich.

Neben der Bewährungsstrafe muss der Verurteilte 89.500 Euro an jedes Elternteil zahlen und die Regionalregierung von Andalusien mit rund 663.000 Euro für die aufwendigen Rettungsarbeiten entschädigen, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Am Ende der Sitzung habe sich der Angeklagte bei den Eltern entschuldigt: „Ich wollte zu keinem Zeitpunkt, dass dem Kind etwas passiert.“

Der Junge war Mitte Januar 2019 in das enge Bohrloch, das der Finca-Besitzer auf der Suche nach Wasser gegraben hatte, gestürzt. Erst nach knapp zwei Wochen konnte er mittels eines mühsam gegrabenen Parallelschachts in 70 Metern Tiefe geborgen werden. Die Autopsie ergab, dass Julen schon kurz nach dem Sturz gestorben war.

dpa/km

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150