Amazonas-Brände: Bolsonaro verbittet sich Ratschläge des Auslands

Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hat sich im Zusammenhang mit den verheerenden Waldbränden im Amazonasgebiet Ratschläge aus dem Ausland verbeten.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (Bild: Evaristo Sa/AFP)

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (Bild: Evaristo Sa/AFP)

Damit reagierte er auf einen Vorschlag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die Feuer auf dem G7-Gipfel zu thematisieren, der am Samstag in Biarritz beginnt. Auf Twitter schrieb Bolsonaro, dass Probleme des Amazonas dort diskutiert werden sollen, ohne die Länder der Region zu beteiligen, sei „kolonialistisches Denken“.

Besonders scharf griff er Macron an. Auf Twitter schrieb Bolsonaro, Macron zeige eine „kolonialistische Mentalität“. Die Länder, die Geld zum Erhalt des Regenwalds zahlten, täten dies nicht aus Großzügigkeit, sondern um die Souveränität Brasiliens zu beschneiden.

Inzwischen hat sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel der Forderung Macrons angeschlossen. Die akute Notlage des Amazonas-Regenwaldes gehöre für die Kanzlerin unbedingt auf die Tagesordnung des G7-Gipfels, sagte Regierungssprecher Seibert in Berlin. Das Ausmaß der Brände sei erschreckend und bedrohlich für die ganze Welt.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Monaten verbrennt jede Minute ein Waldstück in der Größe eines Fußballfeldes. Bislang wurden rund 73.000 Feuer registriert. Bolsonaro hatte zuletzt Umweltschützer verdächtigt, die Brände gelegt zu haben, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Später gab er zu, dass er dafür keine Beweise habe.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Bauern hatten vor einer Woche in einer koordinierten Aktion große Areale in Brand gesteckt, um Platz für neue Weideflächen zu schaffen.

dpa/vrt/dlf/jp/mh

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