Amazon feiert 25. Geburtstag

Von der Garagenfirma zum Hunderte Milliarden schweren Konzern - solche Geschichten schreiben vor allem die USA. Bill Gates hat das mit Microsoft geschafft und Jeff Bezos mit Amazon. Bezos hat Gates längst als reichsten Mann der Welt abgelöst. Am Freitag vor genau 25 Jahren hat er Amazon gegründet.

Verteilerzentrum von Amazon (Bild: Uwe Zucchi/EPA)

Die etwas älteren erinnern sich: Angefangen hat alles einmal mit Büchern. Schon damals schreckten die klassischen Buchhändler auf und fürchteten unterzugehen. In Deutschland hat sicher auch die Buchpreisbindung dazu beigetragen, dass es nicht ganz so schlimm kam. Aber nichtsdestotrotz hat Amazon den Markt mächtig unter Druck gesetzt. Und was mit Büchern funktioniert hat, das klappte später dann auch mit quasi allen anderen Produkten. Es gibt ja eigentlich nichts, was man dort nicht findet.

Bequem bestellt, schnell geliefert und Kundenärger schnell befrieden – wenn das der kleine Händler von nebenan nicht mindestens genauso schafft, dann bekommt er ein Problem, sagen Marketingexperten. Denn Amazon setzt hier tatsächlich die Standards.

Amazon ist aber auch nicht unumstritten. Immer wieder gibt es Klagen von Mitarbeitern in den Verteilzentren, die sich über schlechte Arbeitsbedingungen beklagen. Ihnen werde zu viel zugemutet, sie seien zu schlecht bezahlt und würden bei ihrer Arbeit zu stark überwacht, lauten die Vorwürfe.

Inzwischen hat Amazon eine sehr große Marktmacht erreicht. Gerade weil Amazon in dem Abo-Modell Prime noch schneller und kostenfrei liefert, ist Amazon für viele das Warenhaus für alles. In den USA gelten die Menschen, die das Angebot nutzen, für den stationären Handel als verloren. Für Deutschland gibt es auch Zahlen: Hier soll schon fast die Hälfte aller Haushalte ein Prime-Abo haben. Die Entwicklung hier in Europa wird wohl ähnlich verlaufen wie in den USA, befürchten die Amazon-Kritiker.

Und dabei ist Amazon ja weit mehr als nur „Waren versenden“. Amazon hat einen eigenen Reader für digitale Bücher, hat Abo-Modelle für Musik und Filme, bietet die eigene Online-Plattform anderen Händlern und verdient so an deren Verkäufen mit. Daneben gibt es aber auch eine Reihe von weniger bekannten Geschäftsfeldern, die zum Teil nur in einzelnen Ländern angeboten werden wie zum Beispiel der Lebensmittelversand oder das Erstellen von Drucksachen.

Und dann gibt es natürlich noch ein Geschäftsfeld, das auch für Amazon immer wichtiger wird. Das sind Web-Dienste, wie Cloud-Lösungen für Großkunden. Dropbox oder auch Netflix nutzt zum Beispiel die Infrastruktur von Amazon. Das macht etwas mehr als zehn Prozent des Amazon-Umsatzes aus. Der liegt übrigens bei umgerechnet über 200 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der belgische Einzelhändler Colruyt bringt es auf gerade einmal 9,4 Milliarden Euro.

dpa/welt/okr

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