Mindestens 49 Tote bei Angriff auf Moscheen in Neuseeland

Bei einem Angriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Das bestätigte Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern.

Überfall auf Moscheen in Neuseeland

Bild: Flynn Foley/AFP

Zudem wurden durch Schüsse in den beiden Gotteshäusern mehr als 40 Menschen verletzt. Ardern sprach von einem „terroristischen Angriff“. Die Polizei nahm drei Verdächtige fest, darunter auch einen Australier. Zuvor war noch vier Verdächtigen die Rede gewesen.

Nach Augenzeugenberichten schoss ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich, wo sich hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse.

Für Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Aus Sorge vor weiteren Angriffen riegelte die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude stundenlang ab. Die Polizei ruft die Bevölkerung in Christchurch zu Wachsamkeit auf. Die Gefahr sei noch nicht gebannt. Die Menschen sollten nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50.000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Größte Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum.

EU-Spitzen versichern Neuseeland Solidarität

Die EU-Spitzen haben ihr Mitgefühl ausgedrückt und die Solidarität der Europäer versichert. EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb auf Twitter, die Gedanken in Europa seien mit den Opfern und ihren Familien. „Der brutale Angriff wird die Toleranz und den Anstand, wofür Neuseeland berühmt ist, niemals schmälern.“

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker drückte seine Anteilnahme aus. „Die Europäische Union trauert heute mit euch und wir werden immer gegen jene an eurer Seite stehen, die auf abscheuliche Weise unsere Gesellschaften und unsere Art zu leben zerstören wollen.“ Der Anschlag auf unschuldige Menschen könne den Werten und der Kultur von Frieden und Einigkeit, die die EU und Neuseeland teilten, nicht mehr entgegenstehen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den Anschlag aufs Schärfste.

Michel: Gemeinsam gegen Hass und Intoleranz einstehen

Auch Premierminister Charles Michel hat der neuseeländischen Bevölkerung sein Beileid ausgesprochen. Auf Twitter schrieb Michel, Belgien trauere mit Neuseeland. Man müsse zusammen gegen Hass und Intoleranz einstehen. Diese Gewaltakte würden den Willen dazu nur noch verstärken. Auch Außenminister Didier Reynders verurteilte den Anschlag aufs Schärfste.

dpa/est

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