Prozess gegen katalanische Separatistenführer gestartet

Vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid hat am Dienstagvormittag der Prozess gegen zwölf führende Vertreter der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung begonnen. Vor dem Gerichtsgebäude herrschte großer Andrang, Demonstranten schwenkten die katalanische Flagge.

Demonstranten vor dem Gericht in Madrid, darunter auch Regionalpräsident Quim Torra und Parlamentssprecher Roger Torrent

Bild: Gabriel Bouys/AFP

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vor. Neun von ihnen drohen langjährige Haftstrafen. Für den früheren Vizepräsidenten der Region, Oriol Junqueras, fordert die Staatsanwaltschaft 25 Jahre Haft.

Hintergrund ist das Unabhängigkeitsreferendum von Oktober 2017. Obwohl die Abstimmung von der spanischen Justiz verboten worden war, ließ der damalige Regionalpräsident Kataloniens, Carles Puigdemont, sie durchführen. Puigdemont selbst sitzt nicht auf der Anklagebank, weil er ins Exil nach Belgien geflohen ist.

Insgesamt sollen fast 600 Zeugen verhört werden, so etwa der konservative Ex-Ministerpräsident Mariano Rajoy, in dessen Amtszeit das Referendum fiel. Das Verfahren wird Berichten zufolge mindestens drei Monate dauern.

Die Befürworter einer Unabhängigkeit Kataloniens haben unterdessen zu neuen Protestaktionen aufgerufen. Nächste Woche sind Kundgebungen in Barcelona und anderen katalanischen Städten geplant. Auch in Brüssel soll es dann Proteste geben.

dpa/jp/km

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