Missbrauchsvorwürfe in katholischer US-Kirche

Ermittlungsbehörden im US-Bundesstaat Pennsylvania haben erschütternde Details über das Ausmaß von sexuellem Missbrauch und dessen Vertuschung in der katholischen Kirche der USA ans Licht gebracht.

Rosenkranz auf Bibel

Illustrationsbild: Pixabay

Die Behörden beschuldigen mehr als 300 namentlich genannte katholische Priester. Sie sollen sich des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht haben – bis hin zur Vergewaltigung.

„Obwohl die Liste von Priestern lang ist – wir denken nicht, dass wir alle gekriegt haben“, sagte der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Josh Shapiro. Er stellte die bisherigen Ermittlungsergebnisse am Dienstag in einem fast 900 Seiten starken Bericht vor.

Die Vorwürfe erstrecken sich über einen Zeitraum von 70 Jahren auf das Gebiet von sechs der acht Diözesen im Bundesstaat Pennsylvania. Die Justiz geht von Tausenden Opfern aus.

„Die Kirche hat ihre Institutionen geschützt – kostete es, was es wolle“, heißt es in dem Ermittlungsbericht. Staatsanwalt Shapiro sprach von einer „jahrzehntelangen Vertuschung“ durch ranghohe Kirchenobere in Pennsylvania und bis in den Vatikan. Dies habe dazu geführt, dass kaum einer der Fälle heute noch strafrechtlich verfolgt werden könne – fast alle der Taten seien verjährt.

dpa/cd/jp