UN sieht „internationale Verbrechen“ von IS-Anhängern in Mossul

Während des Kampfes um die irakische Stadt Mossul hat die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat nach Angaben der Vereinten Nationen 741 Zivilisten exekutiert. IS-Kämpfer hätten international geächtete Verbrechen begangen, hieß es in einer in Genf veröffentlichten Erklärung.

Blick auf die zerstörte Stadt Mossul

Blick auf die zerstörte Stadt Mossul (Bild: Ahmad Al-Rubaye/AFP)

Die Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) müssen laut UN-Angaben wegen „internationaler Verbrechen“ bei der blutigen Befreiung Mossuls zur Rechenschaft gezogen werden. Den Kämpfern werde Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Irak zur Last gelegt, teilten die UN am Donnerstag in Genf mit.

Die IS-Anhänger hätten Zivilisten gezielt attackiert, bei der Flucht auf sie geschossen und sie als lebende Schutzschilder benutzt. Zudem habe es massenhaft Entführungen gegeben. Die Millionenstadt Mossul im Norden des Irak war drei Jahre lang Zentrum der Terrormiliz. Nach dem Sieg gegen den IS im Sommer liegen weite Teile in Trümmern. Die Altstadt ist kaum noch zu retten.

Mindestens 2.500 Bürger sind laut UN in der Zeit der neun Monate langen Befreiungskämpfe getötet worden, hauptsächlich durch IS-Angriffe. Darunter befanden sich 740 Personen, die exekutiert wurden. Zusätzlich seien bis Ende Oktober über 1.600 Leichen unter dem Schutt der Stadt entdeckt worden.

„Die Ermordung von Zivilisten im Exekutionsstil, das zugefügte Leid von Familien und die mutwillige Zerstörung von Eigentum kann in keinem bewaffneten Konflikt toleriert werden und die Verantwortlichen müssen sich ihren abscheulichen Verbrechen stellen“, sagte UN-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein.

dpa/dlf/rkr/km

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