UN-Generalversammlung: Trump betont „America first“

Mit scharfen Attacken auf Nordkorea und den Iran sowie einem Loblied auf die Souveränität der Nationalstaaten hat US-Präsident Donald Trump bei seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen gemischte Reaktionen geerntet.

UN-Generalversammlung: Trump betont "America first"

Als Präsident der Vereinigten Staaten werde er Amerika immer an die erste Stelle stellen, sagte Trump bei der UN-Generaldebatte in New York. Genauso sollten es auch andere Staats- und Regierungschefs tun, fügte er hinzu.

Trump betonte in seiner Rede mehrmals das Prinzip der staatlichen Souveränität. Das Erreichen der UN-Ziele hänge an Staaten, die ihre Souveränität und ihren Friedenswillen lebten. Die Welt befindet sich nach Ansicht Trumps an einem Scheideweg. Trump nannte als Risiken den internationalen Terror, kriminelle Netzwerke und autoritäre Regime, die über Massenvernichtungswaffen verfügten.

Trump bedankte sich bei anderen Ländern für ihre Unterstützung nach den schweren Hurrikans. Die Hurrikans „Irma“ und „Harvey“ hatten in Teilen der Karibik und im Süden der USA schwere Verwüstungen angerichtet.

Trump attackiert Nordkorea und Iran

„Die Geißel unseres Planeten ist eine Gruppe von Schurkenstaaten“, sagte Trump. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un sei ein „Raketenmann auf Selbstmordmission“. Den Iran bezeichnete Trump als wirtschaftlich ausgelaugten Schurkenstaat, der vor allem Gewalt exportiere.

Der US-Präsident rief Nordkorea mit deutlichen Worten zur Räson. Die Denuklearisierung sei der einzig gangbare Weg, sagte Trump und bezeichnete Nordkorea als ein Land, das die Welt mit Atomwaffen bedrohe. Wenn die USA gezwungen würden, müssten sie Nordkorea zerstören.

Zum Auftakt der Generaldebatte hatte auch bereits der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonios Guterres, Nordkorea mit deutlichen Worten kritisiert. In dem Land lebten Millionen Menschen unter einem Schatten des Grauens, sagte Guterres mit Blick auf die Provokationen Pjöngjangs durch Atom- und Raketentests. Die Nordkoreaner müssten Hunger und schwere Verletzungen ihrer Menschenrechte erleiden.

Guterres appellierte an den UN-Sicherheitsrat, im Streit mit der Volksrepublik mit einer Stimme zu sprechen. Es müsse eine gemeinsame politische Lösung des Konflikts geben.

Guterres mahnt, Klimawandel ernst zu nehmen

In seiner Auftaktrede machte Guterres auch auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam. Demnach hätten die USA seit 1995 weltweit die meisten klimabezogenen Katastrophen erlebt. Seitdem habe es in den Vereinigten Staaten mehr als 1.600 solcher Ereignisse gegeben. Statistisch gesehen bedeute das eine Klimakatastrophe alle fünf Tage. Nach den USA folgen Guterres zufolge China, Indien, die Philippinen und Indoniesen.

Guterres appellierte an die Weltgemeinschaft, die Ziele des Pariser Abkommens zum Klimaschutz ehrgeizig zu verfolgen. Das Weiße Haus hatte erst am Montag klargestellt, dass der im Juni verkündete Rückzug der USA aus dem internationalen Abkommen weiterhin gelte.

Bei der Generaldebatte, die traditionell in der zweiten Woche der UN-Generalversammlung stattfindet, dürfte es auch um weitere Krisen wie den Bürgerkrieg in Syrien oder die Lage in Myanmar gehen. Es werden unter anderem noch die Reden von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, dem türkischen Präsidenten Erdogan und Israels Premier Benjamin Netanjahu erwartet.

dpa/dop - Bild: Timothy A. Clary/AFP

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