Tod beim umstrittenen Stierkampf in Frankreich

Als der Stierkämpfer über sein eigenes Tuch stolpert, wird er zur leichten Beute für den Bullen. Ein Torero ist in Frankreich von einem Stier aufgespießt und tödlich verletzt worden. Das blutige Drama in der Arena heizt die Kontroverse um den Stierkampf neu an.

In Frankreich stirbt ein Torero bei einem Stierkampf

Blutiges Drama beim umstrittenen Stierkampf im Südwesten Frankreichs: Ein Bulle hat einen spanischen Stierkämpfer mit den Hörnern aufgespießt und tödlich verletzt. Der Vorfall ereignete sich Medienberichten zufolge am Samstag in der Stierkampfarena von Aire-sur-l’Adour im Südwesten Frankreichs. Laut der Regionalzeitung Sud Ouest stolperte der 36-jährige Ivan Fandiño in der Arena über sein eigenes Tuch und wurde – im Staub liegend – zur leichten Beute für den verletzten Bullen. Der tödliche Unfall heizt die Kontroverse über den Stierkampf neu an, den Befürworter als Tradition und Gegner seit langem schlicht als Tierquälerei sehen.

Nach dem Sturz des bekannten Matadors, der schon 2011 und 2014 bei Stierkämpfen schwer verletzt worden war, bohrten sich die Hörner des Stiers in seinen Oberkörper. Auf dem Weg ins rund 30 Kilometer entfernte Krankenhaus erlitt Fandiño laut der französischen Nachrichtenagentur AFP zwei Herzstillstände. Er starb noch vor der Ankunft in der Klinik. In Spanien starb zuletzt im vergangenen Jahr ein Torero in der Arena, in Frankreich wurde der bislang letzte Tod laut dem Sender France Info im Jahr 1921 verzeichnet.

Gerade im französischen Baskenland und in Spanien wird seit Jahren über die Stierkampftradition gestritten. Für viele ist die „Corrida“ eine Kunst und ein Nationalsymbol. Für Gegner des Brauchtums ist das umstrittene Spektakel brutale Tierquälerei, bei der die Stiere oft zu Tode gefoltert werden. Vor wenigen Wochen protestierten Tausende Menschen in Spanien für ein landesweites Verbot von Stierkämpfen und eine Verschärfung der Tierschutzgesetze.

Auch in Frankreich gab es harsche Reaktionen in den sozialen Medien auf das Todesdrama in der Arena. „Wo ist das Drama? Er hat gespielt. Er hat verloren. Ist es ein Drama, wenn ein Stierkämpfer verliert?“, hieß es in einer Reaktion auf Twitter. „Das Drama ist nicht, dass ein Torero gestorben ist, sondern dass dieser Blödsinn im Jahr 2017 noch immer nicht verboten ist“, meinte ein weiterer. Andere jedoch äußerten sich empört über die zynischen Kommentare.

dpa/rkr/est