Fritten: vom Arme-Leute-Essen zum belgischen Nationalgericht

Fritten, Chips, Frietjes, Pommes... das berühmte frittierte Kartoffelstäbchen hat viele Namen - und eine eigene Vereinigung für den Schutz der Frittentüte.

Fritten, Chips, Frietjes, Pommes… das berühmte frittierte Kartoffelstäbchen hat viele Namen.

Anfangs kannte man nur Fritten mit Salz und Senf. In den 30er Jahren kamen dann die ersten Saucen hinzu: Mayonnaise, Tartar oder Pickles.

Die Liste der Saucen und Beilagen wird jedes Jahr länger und länger …

Bitte aus der Tüte!

Aus der guten alten Papiertüte (flämisch: puntzak oder tipzak, französisch: cornet) schmecken Fritten am besten. Fritten aus einer Plastikschale? Eine Todsünde!

In der Tüte bleiben die Fritten länger warm. Außerdem wird so das überschüssige Fett aufgesaugt.

Es gibt sogar eine Frittentüten-Vereinigung: den Ordre National du Cornet d’Or – Ordre van de Gouden Tipzak. In Brügge wurde 2008 das Frietmuseum eröffnet.

Aber weshalb schmecken die belgischen Fritten so gut? Das Geheimnis ist schnell gelüftet: Anders als in anderen Ländern werden die Fritten nicht nur einmal, sondern zweimal gebacken.

French Fries? Von wegen!

Französische Historiker behaupten, die Franzosen hätten im Jahr der französischen Revolution 1789 nicht nur die Bastille gestürmt, sondern auch unter den Brücken der Seine die „pommes frites“ erfunden.

Aber alle Belgier wissen es: „French Fries“ kommen natürlich aus Belgien…

Im Jahr 1781 schreibt Joseph Gérard, ständiger Sekretär der österreichischen Kaiserin Maria-Theresia: „Die Einwohner von Namur, Huy und Dinant haben die Gewohnheit, in der Maas zu fischen, diesen Fang dann zu frittieren, um ihren Speisezettel zu erweitern. Wenn die Gewässer zugefroren sind und das Angeln nur schwer möglich ist, schneiden die Einwohner Kartoffeln in Fischform und frittieren diese dann.“

Heute gehören Fritten zum belgischen Nationalstolz. Und deshalb spielen die Belgier in Sachen Fritten-Weltrekorde ganz oben mit!

Stephan Tyvaert aus Gent bastelte in einem Zeitraum von vier Stunden eine Friet aus Kartoffelpüree zusammen, die am Ende 9,79 Meter lang und 2 x 2 Zentimeter dick war.

Den Rekord im Dauer-Frittenbacken hält Ludwig Reynen aus Kalmthout. 1987 frittierte er vom 2. bis 5. April – 72 Stunden lang – 15.000 Portionen Fritten.

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