Macht Nachdenken schlank?

Viele Menschen haben einen Bürojob und sind abends zu müde, um noch etwas Sportliches zu unternehmen. Kann es da nicht auch möglich sein, dass viele Stunden der Konzentration dafür gesorgt haben, dass man viele Kalorien verbraucht hat? Oder anders gefragt, macht Nachdenken nicht auch schlank?

Zusammengesetztes Bild des Gehirns (Illustrationsbild: Bildagentur PantherMedia/Wavebreakmedia (YAYMicro))

Illustrationsbild: Bildagentur PantherMedia/Wavebreakmedia (YAYMicro)

Das wäre natürlich schön: abnehmen im Sitzen im Büro. Warum eigentlich nicht? Schach gilt auch als Sportart. Das Thema beschäftigt auch die Wissenschaft.
Nicht neu ist, dass unser Gehirn Energie verbraucht, ziemlich viel sogar. Etwa 20 Prozent des Zuckers, den wir im Ruhezustand verbrauchen, wird in unseren Gehirnzellen verbrannt. Dabei macht das Gewicht unseres Gehirns nur zwei Prozent unseres Körpergewichts aus. Das Gehirn ist also ein Energie-Vielfraß. Aber, Stand der Forschung ist: Es macht kaum einen Unterschied, wie hart wir unsere Gehirnzellen arbeiten lassen.

Der Energieverbrauch beim Denken ist scheinbar so gering, dass es kaum messbar ist. Forscher können die Gehirnaktivität im Magnetresonanztomographen visualisieren. Bei Denkprozessen stellt man eine Abnahme der Sauerstoffmenge im Hämoglobin fest. Man geht also davon aus, dass der Sauerstoff vom Gehirn für Stoffwechselvorgänge, für das Denken, verwendet wird. Man könnte also schlussfolgern, dass frische Luft wichtiger ist, als das Pausenbrot. Aber mit leerem Bauch können sich viele auch nicht richtig konzentrieren. Das nennt man im englischen Sprachraum „Hangry“ – eine Wortkombination aus“hunry“ (hungrig) und „angry“ (verärgert).

Laut Wissenschaftler wird die Energie unter anderem bei allen möglichen Wartungsaktivitäten unserer Gehirnzellen gebraucht und für Dinge, die ständig im Hintergrund ablaufen, wie die Regulierung unserer fünf Sinne und die Verarbeitung von Informationen über die Position des Körpers in einem Raum. Wenn es einen geringen Mehrverbrauch an Energie zum Denken braucht, macht der kaum einen messbaren Unterschied.

standaard/mz