Vorerst keine Ergebnisse – Lennertz: „Super-GAU“

Auch in den beiden ostbelgischen Kantonen können die Disketten nicht eingelesen werden, weil es ein Serverproblem beim Innenministerium in Brüssel gibt. Deshalb gibt es noch keine Resultate aus den Kantonen

Gerichtspräsident Rolf Lennertz

Eupen und St. Vith.

In den Kantonen St. Vith und Eupen gibt es Probleme mit dem Einlesen der Disketten aus den einzelnen Wahllokalen, weil ein Server des Innenministeriums in Brüssel zusammengebrochen ist.

Einzelne Disketten wurden eingelesen, aber die Probleme sind noch nicht behoben und auf Ergebnisse muss weiter gewartet werden. Das Problem besteht auch in verschiedenen Gemeinden der Wallonie und Brüssel. In Flandern arbeiten die Wahlbüros mit anderen elektronischen Wahlsystemen. Von dort wurden bislang keine Probleme gemeldet.

Durch das Problem beim Innenministerium in Brüssel, wo mittlerweile ein Krisenstab gegründet wurde, verzögert sich die Stimmenauszählung weiter.

Wenn bis Mitternacht das Problem nicht gelöst ist, soll nach Angaben von Rolf Lennertz, dem Präsidenten des Hauptwahlvorstandes, erst am Montag weiter nach einer Lösung gesucht werden. Bis dahin würden die Disketten in einem Tresor aufbewahrt.

Auf den Disketten sind die Wählerstimmen aus den verschiedenen Wahllokalen gespeichert. Sie wurden von den Wahlbüro-Leitern nach  Eupen und St. Vith gebracht und sollen dort addiert werden. Im Kanton St. Vith gibt es 27 Wahlbüros, im Kanton Eupen 30 Wahlbüros.

Rolf Lennertz bezeichnete die Situation im BRF-Interview als „Super-GAU“. Die Leiter der verschiedenen Wahlbüros wurden nach Hause geschickt. „Wir arbeiten ohne Netz und doppelten Boden“, sagte Lennertz.

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Saftige Geldstrafe für fehlende Wahlhelfer

Personen, die als Wahlhelfer bestimmt worden sind, und nicht wie vorgesehen in ihrem Wahlbüro erschienen sind, müssen mit saftigen Geldstrafen rechnen. Das sagte der Präsident des Hauptwahlvorstandes, Rolf Lennertz, dem BRF. Im Kanton Eupen war es in einzelnen Wahlbüros zu Personalproblemen gekommen. Mehrfach sind Wahlhelfer nicht erschienen, sodass kurzfristig Ersatz gefunden werden musste. Die Präsidenten der Büros sahen sich gezwungen, Bürger spontan zum Wahlhelfer zu verpflichten.

Superwahlsonntag: Best of Wahlpanne

Audiobeitrag

Wahllokale geschlossen - Rolf Lennertz im Interview mit Simonne DoepgenMP3

brf/sd - Bild: BRF

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11 Kommentare
  1. Veronika Schwenken

    mich vorerst noch etwas gedulden zu müssen bevor die entgültigen Wahlresultate bekannt gegeben werden können ist annehmbar aber die Musik die dazu serviert wird ist eine Zumutung.Mein Kopf droht zu platzen.

  2. Werner Kesseler

    Belgien im Steinzeitalter.
    Wer bitte arbeitet denn heute noch mit Disketten? Dann muss man sich nicht wundern, wenn es technische Probleme gibt.
    Unglaublich.

  3. Franz Wend

    Genial. Vorallem in Zeiten wo es normal ist als privatperson 2-4 „Disketten pro sekunde“ runterladen zu können… (die Dinger waren doch so ~π MiB groß, oder?)

  4. Charlotte Russell

    Solche Probleme sind menschlich und es ist gut, dass sie passieren. Das Wahlergebnis wird trotzdem noch früh genug veröffentlicht werden. Hauptsache ist, die Wahl hat stattgefunden und alles ist mit rechten Dingen zugegangen, aber dafür haben die Wahlbeobachter, auch nur Menschen, gesorgt.

  5. Marita Eichten

    Bei solchen Problemen sind Neuwahlen angebracht. Ich habe mich schon gewundert, dass die alten Geräte noch immer verwendet werden. Aber die Probleme sind hausgemacht. Disketten werden schon lange nicht mehr verwendet. Papier ist nicht unbedingt die Lösung. Die Systeme müssen aktuell bleiben. Sicherheitshalber sollten die Wahldokumente ausgedruckt werden, wie es in einigen Landesteilen üblich war.

  6. Klaus D. Mueller

    Disketten?
    Ehrlich?
    Ist das der neue Witz über Belgien?

  7. Marina Goldschmidt

    Fehlt nur noch das sie die in ner Kiste mit Magneten lagern ….

  8. Ewald Gaster

    Ein Glück sind Wahlcomputer in Deutschland verboten.

    Da muss schon viel passieren, dass alle Wahlzettel in einem Bundesland verloren gehen…

  9. jacques deconinck

    Diejenigen die hier laut rufen sind wahrscheinlich die gleichen die sparen wollen…. Nicht das Material doch der Software war diese Geräte nicht angepasst. Früher wurden Programme geschrieben für existierende PCs. Heute werden PCs gebaut um Programme verarbeiten zu können. Eine leichtere Arbeit als Stimmen zu zählen gibt es wohl nicht. Nur es muss am ende auch schön grafisch werden weil wir es sonst nicht mehr interpretieren können. Dort druckt der Schuh. Wäre eine manuelle Zählung schneller gegangen?.

  10. Tobias Heine

    Gibt es denn echte papierne Wahlzettel als Referenz?

    Oder gibt es nur die kleinen gammligen Plastikscheiben? Hat man da wenigstens das kleine Fenster für den Schreibschutz reingemacht damit das auch „sicher“ ist?

    Warum müssen Disketten, eines der unsichersten Medien überhaupt, von Ort zu Ort verbracht werden?

    Gibt es Übergabeprotokolle? Wieviele Leute beaufsichtigen die „Disketten“ minimal zu jedem Zeitpunkt?

    Warum bricht der Server des Innenministeriums zusammen? Unter der Last einer Wahlauszählung eines Landes mit nur 11 Mio. Einwohnern und weit weniger Wahlberechtigten?

  11. Michael Zock

    Hut ab!
    Unsere Bananenrepublik Deutschland an Inkompetenz zu überbieten, ist durchaus eine Errungenschaft.

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