Neue Videoüberwachung auf Autobahnen – Erste Kameras in Ostbelgien

An den Autobahn-Grenzübergangen in Lichtenbusch und St. Vith-Steinebrück sind die ersten Kameras mit automatischer Nummernschilderkennung aufgestellt worden. Insgesamt sollen in der Wallonie mehr als 150 solcher ANPR-Kameras installiert werden.

Neue ANPR-Kameras am Grenzübergang Lichtenbusch

Wer die Autobahn-Grenzübergange in Lichtenbusch oder St. Vith-Steinebrück passiert, wird sie vielleicht schon gesehen haben: die ANPR-Kameras. ANPR steht für „automatic number plate recognition“. Es sind Kameras, die die KFZ-Kennzeichen automatisch erfassen und erkennen.

Nach Auskunft der Autobahnpolizei-Dienststelle in Malmedy sind die Kameras an den ostbelgischen Grenzübergängen allerdings noch nicht aktiv. Auch seien noch nicht alle praktischen Details geklärt, wie die Polizei bei den Abschnittskontrollen vorzugehen habe.

Die Kameras sollen der Polizei in erster Linie im Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus wichtige Hinweise geben und reihen sich in einen Maßnahmenkatalog des Innenministers ein. Die erfassten Kennzeichen können mit polizeilichen Datenbanken und Listen von gesuchten Fahrzeugen aus dem Schengen-Raum abgeglichen werden.

Die ANPR-Kameras sollen aber auch genutzt werden, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zwischen zwei Kontrollstellen zu messen.

Sie werden üblicherweise direkt hinter dem Grenzübergang und im Gegensatz zu den Mautkontrollstellen noch vor der ersten Ausfahrt aufgestellt, um so zu verhindern, dass ein Verdächtiger die Flucht ergreift, bevor sein Kennzeichen erfasst ist.

Neue ANPR-Kameras am Grenzübergang Lichtenbusch

Erfolg in Flandern

In Flandern bewertet man den Einsatz der ANPR-Kameras als großen Erfolg in Bezug auf die Verkehrssicherheit. So sei die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen dank der Abschnittskontrollen beispielsweise auf der E40 zwischen Erpe-Mere und Wetteren um 43 Prozent zurückgegangen. Rund 85 Prozent der Autofahrer würden sich dort jetzt an die Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern halten, so die Bilanz des flämischen Verkehrszentrums.

Laut einem Bericht der Zeitung „Het laatste nieuws“ sieht die Föderalregierung bis 2018 insgesamt 1000 neue Kameras mit Nummernschilderkennung für ganz Belgien vor. Um die Mehrarbeit für die Polizei aufzufangen, sollen 200 zusätzliche Beamte eingestellt werden.

In der Wallonie gab es die Abschnittskontrollen mit ANPR-Kameras bislang nur im Tunnel von Cointe. An welchen Standorten in der Region weitere Kameras installiert werden, soll in Zusammenarbeit mit den zuständigen Polizeibehörden festgelegt werden.

Der Automobilclub Touring begrüßt die Maßnahme. Ein Sprecher wies darauf hin, dass jeder dritte Verkehrsunfall mit Toten oder Verletzten auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sei. Er sprach sich dafür aus, die Abschnittskontrollen auch auf Regionalstraßen auszuweiten.

Michaela Brück

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