Horrende Sitzungsgelder – Minister Furlan greift Publifin an

Die fragwürdige Bezahlpraxis der Lütticher Interkommunalen Publifin soll abgeschafft werden. Das hat der für lokale Behörden zuständige wallonische Regionalminister Paul Furlan gefordert. Auch ein DG-Bürgermeister profitiert von den extrem hohen Honoraren.

Wallonischer Minister Paul Furlan

Wallonischer Minister Paul Furlan

Die Zeitung La Meuse zitiert den Regionalminister mit den Worten, es handele sich bei Publifin um ein „unbegreifliches Regime“. Hintergrund ist die Tatsache, dass die in den Bereichen Energie und Kommunikation tätige Lütticher Interkommunale den 25 Mitgliedern in den Komitees monatlich zwischen 1340 und 2871 Euro brutto zahlt.

Dies sei etwa seit Mitte 2013 bis heute der Fall, so die Zeitung. Sie hat recherchiert, dass in diesen drei Jahren gerade einmal sieben bis acht Versammlungen stattgefunden hätten.

Furlan hat die Verwaltung beauftragt, die Rechtmäßigkeit der Honorarzuwendungen zu überprüfen. Sprecher von MR, CDH und Ecolo verurteilten unisono die Praxis. Für die Liberalen sagte Pierre-Yves Jeholet, Minister Furlan habe vor Jahren mit der CDH der zugrundeliegenden Rahmenvereinbarung zugestimmt.

Am späten Donnerstagnachmittag wurde bekannt, dass Publifin auf seiner Generalversammlung am Donnerstag die Auflösung der Sektorenkomitees beschlossen hat.

Alfred Lecerf Mitglied im Energie-Beirat von Publifin

Als einziger deutschsprachiger Repräsentant ist Lontzens Bürgermeister Alfred Lecerf im Energie-Beirat von Publifin vertreten. Auf Nachfrage des BRF räumte Lecerf ein, die Bezahlung sei sehr hoch. Er verstehe die Aufregung und die Entschlossenheit, den Bezahlmodus zu ändern.

Nach Informationen der Zeitung l’Avenir erhielt Lecerf insgesamt 67.198 Euro. Pro Sitzungsminute habe er damit 139 Euro verdient.

Lecerf sagte auch, sein Engagement habe sich nicht auf die wenigen Sitzungen beschränkt. So habe er viele Stunden darauf verwendet, den Gasverteilungsstandort Eupen zu sichern. Außerdem arbeite man bei Publifin daran, im Süden der DG ein Pilotprojekt für die Verteilung von Flüssiggas zu verwirklichen. Seinen Einsatz werde er auch bei geringerer Entlohnung nicht reduzieren, so der Lontzener Bürgermeister.

meuse/rs

Kommentar hinterlassen
Ein Kommentar
  1. Isabelle Schifflers

    Das ist ganz einfach ein Skandal!
    Die Energie Gruppe Lontzen wusste nichts von diesem Mandat und dessen Bezahlung!
    Das sind 20.676,60 EUR pro Jahr brutto!
    Alfred Lecerf wurde vom Verwaltungsrat am 12.11.2013 in diesen Beirat gewählt und erhält seitdem dieses Geld. Laut Presse 67.000 EUR für fünf Versammlung seit Beginn des Mandats.
    In der Gemeinderatssitzung vom 28.11.2016 empörte er sich noch über die vorgeschlagene Erhöhung bei der Interkommunale NEOMANSIO! Wie scheinheilig – da er doch wusste wie viel er für wenig Einsatz selbst aus PUBLIFIN kassiert.

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150