Verbrauchertipp: Feuer und Flamme

3. Juli 2013, 11:45 · Bernd Lorch
Ratgeber ·

Den wenigsten ein Gräuel, den meisten Inbegriff gelungener Freizeitgestaltung – Grillen. Doch richtig grillen will gelernt sein.

Sommerzeit ist Grillzeit

Sommerzeit ist Grillzeit

Sommerzeit ist auch Grillzeit. Ganze Rauchschwaden von Bratendüften wehen dann über Nachbars Hecken und der verführerische Mix aus rund 600 verschiedenen Aromen meldet dem Hirn: Zeit zum Schlemmen.

Die Kehrseite

Die uralte Garmethode hat in jüngster Zeit einen Dämpfer erhalten. Beim Grillen entstehen Krebs erregende Stoffe wie Nitrosamine und Benzpyren, die den ganzen Spaß verderben können. So kann eine schwarze Kruste Benzpyren-Mengen von 5,8 bis 8 Mikrogramm pro Kilogramm Fleisch enthalten. Das entspricht dem Rauch von rund 600 Zigaretten.

Richtig grillen will also gelernt sein. Das fängt schon mit dem Kauf des Grillgeräts an. In Deutschland sind viele Grillgeräte mit einem Q-Zeichen gekennzeichnet. Dieses Gütezeichen garantiert nicht nur die Handlichkeit und gute Hitzeverteilung, sondern zeigt auch an, dass das Gerät unbedenklich funktioniert, indem es abtropfendes Fett und Wasser in einer Pfanne auffängt.

Vorsicht beim Anzünden

Steht der Grill erst einmal fest und sicher, sollten sich keine brennbaren Materialien in unmittelbarer Nähe befinden. Auch sollten Handschuhe und ein Eimer Sand immer in der Nähe sein. Beim Anfeuern ist Vorsicht geboten: Spiritus und Benzin sind tabu. Am besten verwendet man Grillanzünder. Zur Verstärkung der Luftzufuhr kann man auf einen kleinen Blasebalg oder einen Fön zurückgreifen. Geeignetes Brennmaterial sind Holzkohle oder so genannte Grillbriketts. Ist die Kohle nach etwa 30 Minuten vollständig durchgeglüht, kann das Grillgut aufgelegt werden.

Krebs erregende Stoffe

Nach dem Motto, ein echter Cowboy isst sein Steak nur mit eingebrannten Zebrastreifen agieren viele Grillmeister völlig falsch: Abtropfendes Fett kann den Krebs erregenden Stoff Benzpyren entwickeln, worauf der Magen gerne verzichtet. Vermeiden lässt sich dies, wenn entweder eine Alufolie aufs Rost gelegt wird oder Aluschalen benutzt werden.

Was gar nicht auf den Grill gehört sind gepökeltes Fleisch oder ähnlich behandelte Würste. Das im Nitritpökelsalz enthaltene Nitrit verbindet sich unter starker Hitzeeinwirkung mit dem im Fleisch enthaltenen Eiweiß zu Krebs erregenden Nitrosaminen. Deshalb haben Kassler, Schinken, Mettwürste und geräucherter Speck nichts auf dem Rost verloren. Schweinefleisch und Geflügel sollten hingegen gut durchgegart werden, damit eventuell vorhandene Krankheitserreger abgetötet werden.

In der Kritik steht das Grillen auch wegen des hohen Fleischkonsums, denn mehr als 90 Prozent des Gegrillten ist tierischer Herkunft. Eine gesunde Alternative auf dem Rost sind Gemüse, Obst und Fisch.

Grill-Tipps:

  • Stellen Sie den Grill kippsicher auf und halten Sie zu brennbaren Gegenständen etwa fünf Meter Abstand.
  • Verwenden Sie nur handelsübliche Grillkohle und Grillanzünder.
  • Schütten Sie niemals Benzin oder Spiritus auf die Grillkohle.
  • Beaufsichtigen Sie Ihr Grillfeuer und lassen Sie Kinder nicht alleine am Grill.
  • Löschen Sie bei starkem Wind die Glut ab.
  • Alarmieren Sie bei einem Brand oder Unfall unverzüglich die Feuerwehr.
  • Wenn eine Person eine Verbrennung erlitten hat, kühlen Sie die Verletzung mit sauberem Wasser, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien - Bild: Rolf Vennenbernd (epa)