Van Cauwenberghe muss vors Strafgericht

Dem ehemaligen wallonischen Ministerpräsident Jean-Claude Van Cauwenberghe wird vorgeworfen, zu Gunsten einer Firma interveniert zu sein, um einen Verdienstausfall auszugleichen. Er will gegen den Verweis an ein Strafgericht Berufung einlegen.

Jean-Claude Van Cauwenberghe (März 2013)

Jean-Claude Van Cauwenberghe (März 2013)

Seit Jahren schon ranken sich Korruptionsvorwürfe um Jean-Claude Van Cauwenberghe. „Van Cau“ war einst der starke Mann der PS in der Provinz Hennegau und darüber hinaus. Lange Jahre war er Bürgermeister von Charleroi und auch Ministerpräsident der Wallonischen Region.

Gestolpert war er über die Korruptionsaffäre im Zusammenhang mit der Carolorégienne, der Wohnungsbaugesellschaft von Charleroi. Allerdings: Van Cauwenberghe selbst wurde nie verurteilt.

Jetzt wurde er also an ein Strafgericht verwiesen. Es geht um die so genannte Sodexo-Affäre. Der Dienstleistungsbetrieb hatte einen Vertrag zur Lieferung von 750 warmen Mahlzeiten in den Schulen von Charleroi. Unterm Strich stellte sich aber heraus, dass 200 weniger gebraucht wurden.

Sodexo entstand damit ein Verdienstausfall in Höhe von rund 150.000 Euro. Und da soll Van Cau ins Spiel gekommen sein. Er soll ein Arrangement gefunden haben, um diesen Verlust auszugleichen. Offenbar wurden Rechnungen künstlich aufgebläht.

Van Cau war zur fraglichen Zeit unter anderem wallonischer Ministerpräsident und Gemeinderatsmitglied. Er hat immer alle Korruptionsvorwürfe bestritten. Seiner Ansicht nach ist er das Opfer einer Hetzjagd der Justiz, die es auf ihn abgesehen habe. Er will gegen den Verweis an ein Strafgericht Berufung einlegen.

Bild: Bruno Fahy/BELGA

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