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Nico Rosberg: "Das ist mein Traumteam"
Doch wer mit ihm als Kollege die "silberne" Erfolgsgeschichte beim neuen Mercedes-Werksteam fortschreiben soll, ist weiter unklar. Sein neuer Teamchef Ross Brawn kühlte am Montag zumindest vorerst die Gerüchteküche um ein Sensations-Comeback des 40 Jahre alten Rekordweltmeisters Michael Schumacher bei dem vormaligen Brawn-GP-Rennstall ab.
Und auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug wollte die Personalie Schumacher nicht kommentieren. "Ich verstehe, dass die Spekulationen weitergehen, bis wir den zweiten Fahrer genannt haben", sagte er in einer Telefon-Pressekonferenz. Er habe aber schon lange keinen Kontakt mehr zu Schumacher gehabt. "Wir haben uns in Abu Dhabi gesehen und gegrüßt. Aber es gab kein Geheimtreffen."
Brawn hatte zuvor Meldungen über eine angebliche Rückkehr seines einstigen Chefpiloten Schumacher in den PS-Zirkus zurückgewiesen. "Das Thema geistert durch die Medien. Es ist aber nichts dran. Da basteln sich die Medien einen Traum zusammen", sagte der Brite "bild.de". Schumacher habe keine Ambitionen auf eine neue Karriere. "Auch nicht bei uns", sagte Brawn, der den siebenmaligen Weltmeister bei Benetton und Ferrari als technischer Direktor betreut hatte.
Ein Deutscher im Silberpfeil
Mit Rosbergs Verpflichtung war hingegen schon lange gerechnet worden. Das Talent ist der erste Deutsche seit Hans Herrmann und Karl Kling 1955, der in der Formel 1 einen "Silberpfeil" steuert. "Das ist unglaublich. Es wurde wieder Zeit für einen Deutschen im Silberpfeil", meinte der Sohn des finnischen ehemailgen Weltmeisters Keke Rosberg. Zuletzt fuhr der in Wiesbaden geborene Rosberg vier Jahre lang für Williams.
Zwar erhielt er nur einen Einjahresvertrag, doch beide Seiten streben eine lange Kooperation an. Einer seiner neuen Chefs ist in jedem Fall von ihm überzeugt. "Ich erwarte, dass wir von ihm noch enorme Steigerungen sehen. Und er ist schon jetzt auf einem hohen Niveau", lobte Haug.
Der zweite Mann
Das Rätselraten, wer neben dem "Sunnyboy" im zweiten Silberpfeil strahlen darf, wird indes weitergehen. Beim Namen Schumacher gab sich auch der eloquente Rosberg wortkarg. Zumindest hatte er aber schon einmal ein Anforderungsprofil für seinen Wunsch-Teamkollegen parat: "Er soll ein Teamplayer sein, mit dem ich gemeinsam das Team nach vorn bringen kann." Bei der Suche sei er aber nicht eingespannt. "Das ist nicht mein Bier", sagte der in Monte Carlo lebende Deutsche. "Ich konzentriere mich darauf, mich so schnell wie möglich in das Team zu integrieren, alle kennenzulernen und schon Unterstützung zu geben bei der Entwicklung des Autos."
Als aussichtsreicher Kandidat gilt der bisherige BMW-Pilot Nick Heidfeld, aber auch Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen, der bei Ferrari aussortiert wurde, wird mit Mercedes in Verbindung gebracht. Allerdings hatte der Finne zuletzt mit einem Start in der Rallye-WM oder einer Auszeit geliebäugelt.
Ein vielversprechendes Talent?
Rosberg selbst war einer der begehrtesten Fahrer auf dem Markt. Obwohl er noch sieglos ist, zählt er neben dem WM-Zweiten Sebastian Vettel von Red Bull zu den größten deutschen Nachwuchs-Hoffnungen. In seinen bisher 70 Rennen waren ein zweiter und ein dritter Rang Rosbergs bisher beste Platzierungen. In diesem Jahr schaffte er mit dem siebten Platz in der Gesamtwertung sein bisher bestes Ergebnis.
Nun hat Rosberg ein Auto, mit dem er endlich um Siege und eventuell um Titel mitfahren kann.