Park-Stadt-Eupen – eine Glosse

Eupen gönnt sich bald wieder eine neue Parkordnung. Mit dem Austausch der veralteten Parkautomaten wird auch wieder das Parksystem angepasst. Die Entscheidung ist im Stadtrat umstritten. Für Manuel Zimmermann wird Eupen dadurch noch spannender.

BRF-Redakteur Manuel Zimmermann

BRF-Redakteur Manuel Zimmermann

In Flandern gelten die Antwerpener als arrogant. Einer ihrer Lieblingssprüche geht so: „Antwerpen ist die Stadt, der Rest ist nur Parkplatz“. In Ostbelgien ist es umgekehrt. Eupen ist Parkplatz und der Rest ist Rennstrecke. Und das ist nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal.

Während in Großstädten ein freier Parkplatz wie ein Lotteriegewinn gefeiert wird, fängt in Eupen der Stress erst an, wenn man den Motor ausschaltet. Das gilt nicht nur für Besucher, sondern auch für Einheimische. Gefühlt ändert sich die Parkordnung in Eupen bei jeder Ebbe und Flut. Das ist eine erzieherische Maßnahme. Wir Eupener müssen dann nachdenken und haben mal keine Zeit zum Knottern.

Dabei wird Eupen wieder um eine Attraktion reicher. Nach dem Prinzip: Jedes Los gewinnt, darf auf den C-Parkplätzen 30 Minuten kostenlos geparkt werden. Aber nur einmal am Tag. Dazu muss man am Parkautomaten die Buchstaben und Zahlen seines Fahrzeugkennzeichens eingeben. Was für ein Jux, wenn Schulkinder das schon am Morgen erledigen, in dem sie das Nummernschild von der Mutter des Klassenstrebers ziehen.

Ob ‚Zone C‘ oder ‚Blaue Zone‘. In Eupen parkt eigentlich nur der, der blauäugig oder im schlimmsten Fall schon blau ist. Hier gilt das Ryanair-Schnellabfertigungs-Prinzip. Konsumproblem abhandeln – weiter fahren.

Für Besucher gibt es sie aber weiterhin: Die Parkplätze auf denen sie parken können bis eine Taube ihr Dach dekoriert. Einige sind sogar kostenlos. Nutzen Sie sie. Für den Eupener liegen sie näher an ihrem zu Hause, als an seiner Lieblings-Bäckerei.

Genießen wir das Abenteuer! Wenn die Teslas oder Googles sich mit ihren selbstfahrenden und intelligenten Autos durchsetzen sollten, ist der Spaß schon wieder vorbei.

Aber, vielleicht fahren wir bald schon alle mit der Kutsche. Eupen hat dafür ja tatsächlich Subsidien von der Wallonischen Region erhalten. Eine Stunde Parken kostet dann zwei Möhren. Am Wochenende nur ein Zückerchen.

Und wo wir schon beim Knottern sind. In Aachen hat man es besser, weil dort alles viel einfacher ist. Dort muss man nur eine Regel kennen: Parken ist scheißteuer, immer und überall! Die Maut noch nicht mitgerechnet.

Text: Manuel Zimmermann

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150