„Touche pas à mon rêve“: Ausstellung von Christian Silvain im Malmundarium

Christian Silvain gilt als einer der wichtigen zeitgenössischen Künstler Belgiens. Der gebürtige Eupener lebt heute in Flandern. Eine Stiftung seines Namens kümmert sich um die Förderung seiner Werke. Sie hat jetzt rund 70 Exponate zur Verfügung gestellt, die im Malmundarium gezeigt werden. Es ist eine Retrospektive auf die mittlerweile 50jährige Schaffensperiode des Künstlers.

"Touche pas à mon rêve": Ausstellung von Christian Silvain im Malmundarium

Großformatige Collagen-Bilder gehören zu den bekanntesten Werken von Christian Silvain: Detailreiche Kompositionen, oft in Vierecke aufgeteilte kleine Geschichten, Traumbilder. Mit diesen Arbeiten hat sich Silvain nicht nur in Belgien einen Namen gemacht. „Er ist wirklich ein Künstler mit sehr eigenem Stil, wenn er auch durch verschiedene Stilrichtungen gegangen ist, ein anerkannter Künstler, der auch viele Sammler interessiert“, sagt Audrey Plunus von der Galerie Art’n Pepper.

Sein Talent für das Zeichnen hatte Christian Silvain schon früh als Kind entdeckt und später weiter entwickelt. Über den Surrealismus fand er schließlich zur Kunst. Ein Bild von Paul Delvaux hatte seine Berufung geweckt.

Die Ausstellung im Malmundarium zeigt die verschiedenen Facetten von Christian Silvain. Dazu gehört auch der so genannte Photorealismus, dem er sich vor allem in den 80er Jahren gewidmet hat. Einer Schule oder Tendenz hat sich Silvain immer verweigert. Er wollte sich auf keinen Stil festlegen lassen.

Vor allem die Kindheit ist ein Motiv, das immer wieder in seinen Werken auftaucht. Christian Silvain, dessen Eltern aus Malmedy stammten, hat bis zu seinem 16. Lebensjahr in Eupen gelebt, wo seine beiden Tanten einen Spielzeugladen hatten. „Er hatte keine einfache Kindheit. Seine Eltern hat er nicht kennengelernt“, sagt Audrey Plunus, „seine beiden Tanten haben ihn groß gezogen. Als sie tot waren, stand er mit 16 Jahren alleine da. Er ist dann nach Brüssel gezogen. Dort hat er seinen Weg als Künstler begonnen.“

Ein weiteres Charakteristikum seiner Arbeiten: Die kurzen Textelemente, Fragen, Rufe, Gesprächsfetzen. Und immer wieder die Farben Rot, Blau und Weiß. Warum hat er sie bevorzugt? Audrey Plunus: „Das ist eine Frage, die man Christian Silvain nicht stellen sollte. Ich habe auch keine Antwort darauf. Aber die Farben ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Werk: rot, blau und weiß sind typisch für seine Arbeiten – ebenso wie die Spielzeuge-Kollagen oder kleine Symbole aus der Kinderheit wie der Bär, der Vogel oder andere.“

Christian Silvain ist für seine großformatigen Kunstwerke bekannt. Unter seinen aktuellen Arbeiten findet man auch kleinere Formate – vorwiegend in schwarz und weiß, aber immer noch mit Motiven aus seinen Kindheitserinnerungen.

An die erinnert auch der vom Künstler gewählte Ausstellungstitel „Touche pas à mon rêve“ – „Rühr meinen Traum nicht an“. Die Ausstellung mit Werken von Christian Silvain ist noch bis zum 19. Februar im Malmundarium zu sehen.

Austellung Christian Silvain im Malmudarium - Michaela Brück

mb/est

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