Carrie Fisher: Ein Leben in Hollywoods Licht und Schatten

Hollywood war Carrie Fishers Leben. Sie wurde in der Filmmetropole als Tochter von Promis geboren - und schon mit 20 zum Star. Fisher spielte in mehr als 40 Filmen mit, kämpfte aber auch gegen Alkohol- und Drogensucht. Jetzt ist sie im Alter von 60 Jahren gestorben.

Carrie Fisher bei der Premiere von "Star Wars: The Force Awakens" in London (16.12.2015)

Carrie Fisher bei der Premiere von "Star Wars: The Force Awakens" in London (16.12.2015)

Als heroische Prinzessin Leia in der „Star Wars“-Serie wurde Carrie Fisher berühmt. Damals war die US-Schauspielerin, Tochter der Hollywood-Promis Debbie Reynolds und Eddie Fisher, gerade 20 Jahre alt.

Im Laufe ihrer jahrzehntelangen Karriere drehte sie mit Größen wie Laurence Olivier, John und James Belushi, Woody Allen, Warren Beatty, Julie Andrews und Joanne Woodward. Auch am Broadway und auf anderen Bühnen war sie zu Hause. Jetzt starb Fisher im Alter von 60 Jahren.

Die Schauspielerin starb an den Folgen einer Herzattacke, die sie vor wenigen Tagen in einem Flugzeug hatte. Sie war auf dem Weg von London nach Los Angeles, als sie etwa 15 Minuten vor der Landung das Bewusstsein verlor.

Noch 2016 hatte sich Fisher zusammen mit Reynolds (84) für die HBO-Dokumentation „Bright Lights: Starring Carrie Fisher und Debbie Reynolds“ filmen und interviewen lassen. Mutter und Tochter wohnten zuletzt nebeneinander und sahen sich fast täglich – sie verheimlichten aber auch ihr oft angespanntes Verhältnis nicht. Fishers Vater, der Sänger Eddie Fisher (1928-2010), hatte die Familie bald nach der Geburt der gemeinsamen Tochter verlassen und Elizabeth Taylor geheiratet.

Carrie Fisher war 15, als sie die Schule aufgab und mit der Mutter in dem Broadway-Revival „Irene“ auftrat. Ihr Filmdebüt folgte zwei Jahre später neben Warren Beatty, Julie Christie und Goldie Hawn in „Shampoo“. Dass sie während der Dreharbeiten von George Lucas‘ „Star Wars“-Trilogie eine Affäre mit dem verheirateten Harrison Ford gehabt habe, beschrieb Fisher erst kürzlich in ihrer Autobiografie „The Princess Diarist“ (2016). Sie war ein knappes Jahr (1983-1984) mit dem Sänger Paul Simon verheiratet. Mit dem Künstleragenten Bryan Lourd hat sie eine Tochter, Billie Catherine Lourd.

Fisher war in Hollywood eine echte Alleskönnerin: Sie spielte in mehr als 40 Filmen mit, etwa in „Blues Brothers“, „Harry und Sally“ und „Lieblingsfeinde – Eine Seifenoper“. Außerdem war sie im Fernsehen beliebt, schrieb Romane und arbeitete an Drehbüchern mit. Ihre Autobiografie „Wishful Drinking“ wurde als Dokumentation verfilmt und von Fisher in Ein-Personen-Shows auf Bühnen in Los Angeles, New York und Boston aufgeführt. Ihr erster Roman, „Grüße aus Hollywood“, wurde 1990 mit Meryl Streep, Shirley McLaine und Dennis Quaid in den Hauptrollen verfilmt.

„Ich war ausgebildet in Prominenz, also machte ich das einzige, das ich kannte“, sagte sie einmal dem „Rolling Stone“. „Ich stieg ins Familienunternehmen ein.“ Dass sie von ihrem Welterfolg hin und wieder übermannt wurde, schrieb sie auch in ihrem Buch: „Vor 43 Jahren ruinierte George Lucas mein Leben“, zitierte CNN aus „Wishful Drinking“. „Und ich meine das in der denkbar nettesten Art und Weise.“

In Interviews mit den Sendern ABC und BBC schilderte Fisher, wie schwer der Druck der Unterhaltungsindustrie auf ihr lastete. Sie habe in Alkohol, Kokain und Medikamenten Zuflucht gesucht, erzählte sie. Auch in einigen von Fishers Romanen geht es um Drogen- und Alkoholmissbrauch.

Ende Dezember dann der schwere Herzinfarkt: Nach Angaben der Fluggesellschaft United Airlines schlugen die Flugbegleiter Alarm, weil eine Passagierin in der Luft das Bewusstsein verloren hatte und auf Maßnahmen an Bord „nicht reagierte“. Nach der Landung konnten Rettungshelfer mit der nötigen Ausrüstung sie wieder zurückholen, wie unter anderen die „Los Angeles Times“ berichtete. Wenige Stunden nach Fishers Tod schrieb ihre Tochter Billie Lourd in einer Stellungnahme: „Die Welt hat sie geliebt.“

Von Gisela Ostwald, dpa

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