„Allied“: Pitt und Cotillard als verliebte Spione

Der Verleih spricht vom "Liebesfilm des Winters 2016" - tatsächlich erinnert "Allied" etwas an den Klassiker "Casablanca". Doch was ist wirklich dran an der Romanze mit Brad Pitt und Marion Cotillard?

Brad Pitt und Marion Cotillard bei der Premiere von "Allied" in London am 21.11.

Brad Pitt und Marion Cotillard bei der Premiere von "Allied" in London am 21.11.

Die Trennung von Angelina Jolie brachte Brad Pitt zuletzt in die Schlagzeilen. Nun meldet sich der Hollywoodstar mit einem Spionagefilm zurück – in der Kriegsromanze „Allied“ spielt er an der Seite der Französin Marion Cotillard.

Casablanca, 1942, ein Tummelplatz für Emigranten auf der Flucht vor dem Nazi-Regime. Es geht um Verrat, Widerstand und eine große Liebe. Gemeint ist allerdings nicht „Casablanca“, der legendäre Kinoklassiker mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart, sondern eben „Allied – Vertraute Fremde“.

Ähnlich ist allerdings nur der Schauplatz des Geschehens. Denn mit den „Casablanca“-Helden Rick und Ilsa können der kanadische Geheimdienstoffizier Max Vatan (Pitt) und die französische Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour (Cotillard) nicht mithalten. Auch werden von „Allied“ keine legendären Sprüche wie „Ich seh‘ dir in die Augen, Kleines“ oder „Spiel es einmal, Sam“ in Erinnerung bleiben.

Die Thriller-Romanze mit großen Stars, einer bewegenden Geschichte und Hollywood-Nostalgie fängt dennoch vielversprechend an: Mit dem Fallschirm und einem gefährlichen Auftrag landet Max in der marokkanischen Wüste. In Casablanca soll der Geheimdienstler im Auftrag der Alliierten die schöne Agentin Marianne aus Paris treffen und mit ihrer Hilfe ein Attentat auf den deutschen Botschafter verüben.

Zur Tarnung geben sich die beiden als Ehepaar aus. Und damit gehen die Probleme los. Pitt mag in den 40er-Jahre-Anzügen mit Pomade im Haar schneidig aussehen, aber den französisch sprechenden Liebhaber nimmt man ihm einfach nicht ab. So sehr sich Oscar-Preisträgerin Cotillard („La vie en rose“) in eleganten Seidenroben auch ins Zeug legt, die „Chemie“ bleibt auf der Strecke.

Als sie sich endlich im Auto mitten in der Wüste in die Arme fallen, tobt es gewaltig. Doch daran ist ein heftiger Sandsturm schuld, nicht etwa knisternde Erotik. Die Liebesszenen bei den Dreharbeiten feuerten dennoch Gerüchte über eine angebliche Affäre zwischen Cotillard und Pitt an. Das kochte im September hoch, als Hollywoods (Ex)-Traumpaar Pitt und Angelina Jolie überraschend die Trennung bekanntgab.

„Allied“ als Grund für das Ehe-Aus von „Brangelina“? Cotillard meldete sich auf ihrem Instagram-Account schnell zu Wort. Sie habe den Mann ihres Lebens bereits vor vielen Jahren gefunden, schrieb die Französin über ihre Beziehung zum Schauspieler und Regisseur Guillaume Canet, mit dem sie ihr zweites Kind erwartet.

Auch für Max und Marianne stellt sich in „Allied“ Nachwuchs ein. Nach dem Einsatz in Marokko feiern sie in London Hochzeit. Ein Töchterchen wird mitten im Bombenhagel geboren, doch natürlich braucht die Spionen-Ehe noch mehr Drama. Als Marianne unter Verdacht gerät, als Doppelagentin heimlich für den Feind zu arbeiten, muss Max herausfinden, ob er seiner Frau wirklich trauen kann.

Hollywood-Regisseur Robert Zemeckis („Flight“, „Cast Away – Verschollen“ und „Forrest Gump“) und der britische Drehbuchautor Steven Knight („No Turning Back“) schicken das Paar mitten in den Kriegswirren auf eine abenteuerliche Mission. So gerne würde man wie bei Rick und Ilsa um den Ausgang der Love-Story bangen, doch Pitt ist nicht Bogart und „Allied“ kein packendes Gefühlsdrama wie „Casablanca“.

Doch spannend-nostalgische Unterhaltung ist die gut zweistündige Kriegsromanze allemal. Mit satt kolorierten Kulissen und Kostümen versetzt Zemeckis gekonnt in die 1940er Jahre. Und in Nebenrollen überzeugen der Engländer Jared Harris als britischer Kommandant und sein deutscher Kollege August Diehl („Inglourious Basterds“) als Nazigeneral.

Von Barbara Munker, dpa - Bild: Adrien Dennis/AFP

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