„Die Welle“ im ChaOSTheater in Aachen

Als ein Klassiker der Schullektüre haben viele Ostbelgier sie im Sekundarunterricht gelesen: "Die Welle" von Morton Rhue. Der Stoff ist aktueller denn je: Der Roman befasst sich mit der Frage, wie Menschenfeindlichkeit entstehen kann. Das Aachener ChaOSTheater hat das Stück auf die Bühne gebracht - eine Inszenierung, die unter die Haut geht.

"Die Welle" im Chaostheater

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"Die Welle" im ChaOSTheater in Aachen - Michaela BrückMP3

Mr. Ross kennt seine Schüler kaum wieder: Sein Experiment, die Klasse nach autoritären Funktionsweisen umzugestalten, funktioniert. Er will den jungen Menschen die Prinzipien von Rassismus und Faschismus verdeutlichen. Doch das Experiment entgleitet dem Lehrer bald und verselbständigt sich. Die Schüler finden Gefallen an ihrer Bewegung, die immer weitere Kreise zieht, diejenigen, die nicht dazu gehören, ausgrenzt und unterdrückt. Parallelen zu aktuellen Bewegungen wie PEGIDA werden deutlich.

David Brüsseler spielt den jungen Brad, der Hass schürt. Keine einfache Rolle für einen Jungschauspieler. Für den iranischstämmigen Regisseur Reza Jafari war es wichtig, ein Stück mit jungen Menschen und für junge Menschen zu inszenieren. Es ist bereits seine 14. Aufführung mit dem ChaOSTheater, das immer wieder gesellschaftskritische Stück zeigt.

Die Dramaturgie für „Die Welle“ hat der Kelmiser Robert Schmetz übernommen. Er arbeitet bereits zum vierten Mal mit Reza Jafari zusammen und zeigt sich auch dieses Mal wieder beeindruckt von der Inszenierung, die in seinen Augen viele Parallelen zu aktuellen politischen Situation aufzeigt.

Eindringlichkeit gewinnt das Stück auch durch die Musik von Pascal Fricke. Die Liedtexte hat Regisseur Reza Jafari selbst geschrieben. Lucy Schröder interpretiert sie. Reza Jafari will nicht nur die Herzen der Menschen erreichen, sondern auch wachrütteln und zur Reflexion anregen.

„Die Welle“ wird an diesem Freitag noch einmal aufgeführt sowie an sechs weiteren Terminen im April – in der OT Josefshaus im Kirberichshofer Weg in Aachen.

Michaela Brück - Bilder: Martin von Hehn

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