Trump versucht Schweden-Aussage zu erklären

US-Präsident Donald Trump hat versucht zu erklären, was er mit seinen rätselhaften Aussagen zu angeblichen Geschehnissen in Schweden in Zusammenhang mit Terrorangriffen genau meinte.

US-Präsident Donald Trump bei einer Kundgebung in Florida (18. Februar 2017)

Auf Twitter schrieb er am Sonntag, sein Statement beziehe sich „auf eine Geschichte hinsichtlich von Einwanderern & Schweden, die auf FoxNews ausgestrahlt wurde“. Trump hatte am Samstag auf einer Kundgebung in Florida unter Hinweis auf die kürzlich vor Gerichten gescheiterten Einreiseverbote für Bürger mehrerer islamischer Länder gesagt, die USA müssten gesichert werden. „Schaut Euch an, was in Deutschland passiert, schaut Euch an, was gestern Abend in Schweden passiert ist“, hatte Trump hinzugefügt und dann Anschlagsziele wie Brüssel, Nizza und Paris aufgezählt.

In Schweden wurde die Erwähnung des Landes in einer Reihe mit Terrorzielen mit Erstaunen aufgenommen. Die Zeitung „Aftonbladet“ setzte eine Nachricht in englischer Sprache auf ihre Online-Seite. Unter der Überschrift „Das ist am Freitagabend in Schweden passiert, Mr. President“ wurden Meldungen zitiert: Der 87 Jahre alte Sänger Owe Thörnquist hatte technische Probleme bei Proben für den Vorentscheid zum Eurovision-Song-Contest. Im Norden Schwedens wurde eine Sturmwarnung ausgegeben. In Stockholm verfolgte die Polizei einen Autofahrer – ihm wird Trunkenheit am Steuer und Autodiebstahl vorgeworfen.

Unter dem Hashtag #LastNightInSweden tauschten sich Twitternutzer munter darüber aus, was in Schweden sonst noch passierte („Ikea-Schrank falsch aufgebaut“, „Bier getrunken, eingeschlafen“). Der frühere schwedische Außenminister Carl Bildt fragte dort mit Blick auf Trump: „Schweden? Terrorangriff? Was hat er geraucht?“

„Schweden, würdet Ihr das glauben?“, hatte Trump gerufen. „Sie haben große Zahlen aufgenommen, und jetzt haben sie Probleme, die sie nie für möglich gehalten haben.“ Zu Beginn seiner Rede, in der sich der Präsident auch wieder die aus seiner Sicht unehrlichen Medien vorknöpfte, hatte Trump versichert: „Wir sind hier, um die Wahrheit zu sprechen, die ganze Wahrheit, und nichts als die Wahrheit.“

Vor gut zwei Wochen hatte Trumps Beraterin Kellyanne Conway den Einreisestopp mit Hinweis auf ein „Massaker“ durch irakische Flüchtlinge in Bowling Green im US-Bundesstaat Kentucky verteidigt – das es allerdings gar nicht gegeben hat.

dpa/est - Foto: Nicholas Kamm/AFP

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3 Kommentare
  1. Peter Seifert

    Nach 30 Tagen D.Trump bin ich ausserordentlich gespannt,ob erst es schaffen wird,einen Tag ohne Panne zu agieren.
    Gruesse aus Westfalen
    P.Seifert

  2. Dieter Leonard

    Würde es sich um Pannen handeln könnte man dies auf seine Unerfahrenheit in einem Politischen Amt interpretieren. Die Entgleisungen Trumps und seiner engsten Mitarbeiter (Conway, Spicer, Bannon, Flynn) sind Ausdruck von Überheblichkeit, Arroganz und eines völlig pervertierten Verständnisses davon, was es bedeutet, ein Präsidentenamt auszuüben und dem Volk zu dienen.
    Trump verdeutlicht seit 30 Tagen, dass sein Pöbelwahlkampf, seine Lügen und Herabwürdigungen keine Strategie waren, um „Wutbürger“ hinter sich zu scharen. Das was Trump dort darstellte und seit 30 Tagen im Weißen Haus zelebriert ist er selbst. Er kann nicht anders. Trump hat die Welt zur Hexenjagd eingeladen und wunder sich jetzt, dass die Welt der Einladung folgt. Was er in seiner narzistischen Verblendung übersah? Die Hexe ist er selber.

  3. Werner Radermacher

    Nicht nur Donald Trump warnt vor Schweden, sondern auch das Auswärtige Amt in Berlin. Reisende in Stockholm werden gebeten, sich in der Stadt sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln umsichtig zu bewegen!

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